Epiplatys HOWTO


Inhaltsverzeichnis


Eine Idee stellt sich vor

Was ist ein HOWTO? Das Konzept dazu stammt aus dem Computer-Bereich. Ihm liegt die Idee zugrunde, daß spezielle Information zu einem Thema nicht teuer sein muß. Sie sollte billig und leicht zu erhalten sein. Außerdem sollte sie ein Produkt der Ideen und Beiträge verschiedener Personen mit gleichem Interessensgebiet sein, die ihre Erfahrung und ihr Wissen zur Verfügung zu stellen, um anderen Leuten zu helfen, Probleme zu lösen oder zu vermeiden.

Zu diesem Zweck wurde dieses HOWTO geschrieben. Es soll allen, die sich mit Epiplatys-Arten beschäftigen, als Hilfe dienen und zu weiteren Beiträgen - sei es für weitere HOWTOS oder für Artikel in Zeitschriften - anregen.

Dieses HOWTO ist aufgrund seiner Intention, eine leicht verfügbare Informationsquelle zu sein, frei verfügbar unter den Bedingungen der GNU General Public License (GPL). Da diese vor allem in Computerkreisen (vor allem durch das Betriebssystem Linux) bekannt ist, soll hier kurz erläutert werden, was diese Lizenz besagt. Die GPL sieht vor, daß eine Ware (ein Computerprogramm oder wie in diesem Fall ein Text) frei weitergegeben werden darf, ohne daß der Autor Anspruch auf eine Zahlung anmeldet. Diese Ware darf nach Belieben weitergegeben und kopiert werden - was z.B. bei einem herkömmlichen Buch nicht der Fall ist. Außerdem dürfen Teile ohne Kenntnisnahme des Autors verwendet und sogar verändert werden. Die Ware kann sogar verändert und unter einem anderen Namen weitergegeben werden. Es steht also dem Nutzer frei, mit der Ware nach Belieben zu verfahren. Es gibt nur eine bedeutende Einschränkung: die Ware muß immer unter den Bedingungen der GPL weitergegeben werden; es darf für sie bei der Weitergabe kein Geld verlangt werden, es sei denn zur Deckung der dadurch entstehenden Kosten (Kopieren, Portokosten etc.).

Eine vollständige Version der GPL ist via Internet erhältlich oder bei der Free Software Foundation, Inc., 675 Mass Ave, Cambridge, MA 02139, USA.

Dieses HOWTO wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Es gibt jedoch keinerlei Garantie dafür, daß die hier beschriebenen Erfahrungen für andere nachvollziehbar sind. Auch wird keine Garantie gegeben, daß durch die Anwendung des Inhaltes keinerlei Schaden entstehen kann.

Dieses HOWTO ist eine Veröffentlichung der AG Epiplatys der Deutschen Killiosch Gemeinschaft (DKG). Die Kontaktperson der AG Epiplatys ist Michael Redinger, Leoprechting 24, A-4775 Taufkirchen; Michael.Redinger@uibk.ac.at. Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Korrekturen zu diesem HOWTO haben, können Sie sich an die oben genannte Adresse wenden. Jegliche konstruktive Teilnahme ist erwünscht. Es ist, wie erwähnt, auch erlaubt und sogar erwünscht, daß Sie dieses Dokument an andere weitergeben und so Informationen über die Fische der Gattung Epiplatys verbreiten.

Taufkirchen, am 03.03.1997

Was sind Epiplatys-Arten?

Die Fische der Gattung Epiplatys sind altweltliche, in Afrika beheimatete Arten. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Senegal bis zum Nil und ins Konogobecken. Der Name Epiplatys kommt aus dem griechischen und bedeutet "im oberen Bereich flach", was sich auf die abgeflachte Form des Frontbereiches bezieht.

Ökologie

Die Fische bevorzugen kleine Wasserläufe und Tümpel mit sandigem Untergrund. Dabei halten sich die juvenilen Tiere an den sonnigen Plätzen, die adulten Tiere an den geschützten Stellen auf. Die Wassertemperatur liegt normalerweise bei 22 bis 28°C, bei den Formen aus der Sahelzone bei bis zu 32°C und bei den Formen der Inlandwälder bei 20 bis 22°C.

Verhalten

Die Tiere leben fast ausschließlich an der Oberfläche. Ihr Verhalten kann beschrieben werden als bewegungsloses hechtartiges Verhalten mit möglichen abrupten Vorstößen. Die Populationen zeigen in der Natur klare Rangordnungen mit nur einem dominanten Männchen. Die Weibchen und die juvenilen Tiere leben in offenen Gruppen. Sie sind nichtannuell. Die Fische sind eierlegend, nur bei einer Art - Epiplatys bifasciatus - kommt auch innere Befruchtung mit kompletter innerer Embryonalentwicklung vor. Der genau Vorgang und die Regelmäßigkeit ist allerdings noch nicht bekannt.

Körper

Der Körper der Fische ist hechtartig gestreckt. Der Kopf ist breit und oben abgeflacht. Das Maul ist oberständig. Ein charakteristisches Merkmal ist die Rückenflosse, die erst über dem hinteren Teil der Afterflosse ansetzt. Die Schwanzflosse erreicht meist 30% der Körperlänge. Ihre unteren oder mittleren Strahlen sind verlängert.

D 06 - 15
A 13 - 20 
mLR 25 - 32 
n 17 - 25 

Der Körper zeigt meist deutliche Querbinden, Längsbinden sind vor allem bei Erregung sichtbar. Kopf und Kehle weisen ein arttypisches Zeichnungsmuster auf. Am Kopf liegt das sogenannte Pinealorgan, ein Leuchtfleck, der als "drittes Auge" dient und die oberflächennah lebenden Fische befähigt, Gefahren von oben in Form von Hell-Dunkel-Schwankungen festzustellen.

Haltung und Zucht

Epiplatys-Arten leben bevorzugt an der Wasseroberfläche. Sie besiedeln Gewässer in der Savanne und im Regenwald. Die Fische sind typische nichtannuelle Haftlaicher. Nach ca. 12 -18 Tagen schlüpfen die Jungfische. Die Tiere werden zwischen 3 und 12 cm groß und bis zu 5 Jahre alt. Die Zucht ist bei den meisten Arten relativ leicht. Bei den meisten Arten hat es sich bewährt, ein Trio in ein Zuchtbecken zu setzen. Bei guter Fütterung und guter Wasserqualität sollten die Fische dann ganz von selbst laichen. Als Futter werden besonders gerne Mückenlarven und Wiesenplankton genommen. Wasserflöhe und Artemia sind nur bei den kleinen Arten zu empfehlen. Das Becken der Fische sollte dunkel gehalten sein und genügend Versteckmöglichkeiten aufweisen. Nur so verlieren die Fische ihre Scheu und zeigen ihre schönsten Farben. Bei Arten, die bei der Zucht besondere Anforderungen stellen, wird dies im speziellen Teil erwähnt.

Die Arten der Gattung Epiplatys

Epiplatys fasciolatus Artengruppe

Epiplatys fasciolatus

Bei Epiplatys fasciolatus handelt es sich eigentlich um eine Superspezies mit noch unbekannter Arten- und Formenviefalt. Die Systematik ist äußerst ungewiß.

Epiplatys fasciolatus fasciolatus

Die Nominatform dieser Gruppe ist in Guinea, Sierra Leone und in Liberia ver- breitet. Sie wird bis zu 10 cm groß. Die Nominatform ist, wie auch die anderen Unterarten, in der Zucht problemlos. Allgemein ist jedoch zu beachten, daß die Fische dieser Artengruppe sehr leicht verfetten und entsprechend sparsam gefüttert werden müssen. Die Eier enwickeln sich bei 23°C in 12 bis 15 Tagen. Die Jungfische sind dann nach etwa 5 bis 6 Monaten geschlechtsreif.

Verbreitung

Epiplatys fasciolatus josianae

Diese Unterart kommt aus der Umgebung von Kenema in Sierra Leone. Sie wird etwa 7 cm groß. Die Zucht entspricht jener der Nominatform.

Verbreitung

Epiplatys fasciolatus tototaensis

Diese Unterart kommt aus der Umgebung von Totota in Südwest-Liberia. Sie ist überaus robust. Aufgrund der Originalbeschreibung unterscheidet sich diese Unterart durch das schwarze Band in der Afterflosse und im unteren Bereich der Schwanzflosse von der Nominatform. Möglicherweise handelt es sich hier um ein Synonym zu Epiplatys fasciolatus matlocki, einer Art, der zur Zeit keine Fundorte zugeordnet werden können.

Verbreitung

Epiplatys fasciolatus zimiensis

Diese Unterart stammt aus der Sierra Leone und aus Liberia. Sie wird etwa 7 cm groß. Die Zucht ist nicht weiter schwierig.

Verbreitung

Epiplatys guineensis

Diese Art stammt aus Guinea. Sie wird etwa 7 cm groß. Die Zucht ist nicht besonders schwierig.

Verbreitung

Epiplatys hildegardae

Diese sehr schöne Art kommt aus SO-Guinea und NO-Liberia. Sie wird bis etwa 9 cm groß. Die Zucht ist etwas schwierig, die Fische sind nicht besonders produktiv. Diese Art vermittelt zwischen der Epiplatys fasciolatus - und der Epiplatys sexfasciatus - Artengruppe.

Verbreitung

Epiplatys lamottei

Diese schöne Art ist in Guinea, Liberia und an der Elfenbeinküste beheimatet. Sie wird etwa 7 cm groß. Charakteristisch ist, daß die Querbinden bei adulten Tieren meist verblassen. Die Bauchflossen sind besonders lang ausgezogen. Die Zucht der Tiere ist außergewöhnlich. Die Tiere laichen meist nur in Frischwasser bei einem pH-Wert über 7 ab. Empfohlen hat es sich auch, das Becken stark abzudunkeln und für genügend Versteckmöglichkeiten zu sorgen, da die Tiere sehr schreckhaft sind. Um den pH-Wert bei über 7 stabil zu halten, ist es empfehlenswert, dem Wasser etwas Salz zuzugeben. Auf keinen Fall sollte man dem Wasser Torf zusetzen. Das Wasser sollte eine Temperatur von etwa 23°C haben. Die Tiere sind sehr sauerstoffbedürftig. Als Ablaichmedium empfiehlt sich Javamoos. Als Futter haben sich Insekten, und hier besonders Ameisen, bewährt. Die Art bleibt aber recht unproduktiv. Die Jungfische sind außerdem sehr empfindlich und die Eier verpilzen leicht. Es empfiehlt sich daher die extensive Zuchtmethode in einem gut eingefahrenen Becken. Die Fische sind keine Laichräuber. Zur Zucht sollte man nur Tiere ansetzen, die älter als 1 Jahr sind.

Verbreitung

Epiplatys njalaensis

Epiplatys njalaensis ist in der Sierra Leone beheimatet. Die Art zählt mit 6 cm zu den kleinsten dieser Artengruppe. Die Schwanzflosse ist in der Mitte ausgezogen, der Körper zeigt 10 bis 12 Schrägbinden. Sie hat eine schöne blaue Grundfärbung und ist noch dazu leicht zu züchten. Trotzdem ist sie nur sporadisch im Hobby vertreten.

Verbreitung

Epiplatys olbrechtsi

Diese Art ist mit ihren Unterarten in Liberia, der Elfenbeinküste und in Guinea verbreitet. Sie kommt oft gemeinsam mit Aplocheilichthys schioetzi vor. Die Fische werden ca. 9 cm groß und haben rot umrandete Schuppen. Die Zucht ist nicht besonders schwierig, jedoch ist auf sparsame Fütterung zu achten. Bei einigen Fundorten verpilzen die Eier sehr leicht. Man sollte sie daher auf Torf legen. Zur Zeit werden 5 Unterarten als gültig betrachtet.

Epiplatys olbrechtsi olbrechtsi

Diese Unterart kommt aus dem zentalen und östlichen Liberia und aus der Elfenbeinküste. Sie wird etwa 8 cm groß.

Verbreitung

Epiplatys olbrechtsi azureus

Diese Unterart kommt aus Zentralliberia. Sie wird nur etwa 6 cm groß. Sie ist nicht besonders produktiv. Die Laichbereitschaft kann aber durch Wasserwechsel gefördert werden. Die Eier verpilzen leicht, und die Jungfische sind sehr empfindlich gegen Infusorien.

Verbreitung

Epiplatys olbrechtsi dauresi

Diese Unterart kommt aus der Elfenbeinküste. Sie wird etwa 6 cm groß. Die Zucht entspricht der der Nominatform.

Verbreitung

Epiplatys olbrechtsi kassiapleuensis

Diese Unterart kommt aus dem Westen der Elfenbeinküste. Sie wird etwa 6 cm groß. Zur Zucht sollte man nur Tiere verwenden, die mindestens 1 Jahr alt sind, da sonst die meisten Eier verpilzen. Außerdem empfiehlt es sich, als Ablaichmaterial Javamoos zu verwenden - normalerweise fressen die Tiere die Eier, aber in Javamoos finden sie diese anscheinend nicht. Die Fische sind scheu, man sollte sie in dunklen Becken halten. Manche Tiere scheinen besonders krankheitsanfällig zu sein. Dann empfiehlt sich ein Zusatz von 1 Teellöffel Salz auf 10 Liter. Viele der Fische sind nicht sehr schön, haben also zum Beispiel keine gerade Oberseite. Diese Tiere sollte man nicht zur Zucht verwenden.

Verbreitung

Epiplatys olbrechtsi puetzi

Diese Fische wurden früher häufig als Epiplatys fasciolatus puetzi bezeichnet. Diese Unterart kommt aus Liberia. Sie wird etwa 8 bis 9 cm groß.

Verbreitung

Epiplatys roloffi

Diese Art kommt in Liberia, an der Elfenbeinküste und in Guinea vor. Sie besiedelt dort oft dieselben Gewässer wie Roloffia viridis und Roloffia maeseni. Die Art wird angeblich "nur" 9 cm groß - einige meiner Männchen erreichten aber eine Größe von etwa 12 cm. Die Afterflosse ist an der Basis blau. An deren Rand hat sie ein schwarzes Band, gefolgt von einem blau-weißen Band und roten Punktreihen. Die Zucht der Art ist überaus schwierig. Das Wasser muß sauber sein. Die Fische legen sehr wenig Eier. Diese sollten auf Torf aufbewahrt werden, da sie sonst sicher verpilzen. Im Gegensatz dazu steht die leichte Haltung der Art. Das einzige, was dazu notwendig ist, ist sauberes Wasser und sparsame Fütterung.

Hier sei auch noch eine Geschichte erwähnt, die zeigt, wie pflegeleicht diese Art eigentlich ist: Als eines der Riesenmännchen offensichtlich nicht mehr zur Zucht geeignet war, wurde es aus Platzmangel zu einigen ostafrikanischen Barschen gesetzt. Nicht nur daß die Barsche relativ aggressiv waren, die Gesamthärte lag außerdem bei 12°! Dem Männchen schien das aber gar nichts auszumachen - im Gegenteil: es fühlte sich im Becken zum Leidwesen der Barsche sehr wohl. Nach kurzer Zeit hatte es das größte Revier erobert und war auch immer als erstes zur Stelle, wenn es Futter gab. Wenn ein Barsch auch nur in seine Nähe kam, trieb es ihn nach heftigem Imponieren durchs ganze Becken. Die Barsche waren sichtlich verwundert über die Frechheit des Männchens und verschwanden sofort, wenn es in ihre Nähe kam.

Man kann wohl sagen, daß diese Art sicherlich zu den schönsten Killioschen zählt - wer schon einmal ein adultes Männchen in voller Farbenpracht imponieren gesehen hat, kann das sicher bestätigen.

Verbreitung

Epiplatys ruhkopfi

Diese bei uns nur wenig bekannte Art kommt aus der Umgebung von Kaningali in Liberia. Sie wird 8 cm groß und weist 8 bis 11 Querstreifen auf, die jedoch bei den Männchen meist nicht sichtbar sind. Die Tiere sind schön, lebhaft und friedlich. Auch die Haltung und Zucht bereitet keine Schwierigkeiten, wenn man auf infusorienarmes Wasser achtet. Nur manchmal kann es vorkommen, daß ein Paar nicht laichen will. Dann sollte man die Zuchtpaare neu zusammenstellen - die Fische sind eben auch wählerisch. Die Art ist unempfindlich und auch bezüglich der Wasserwerte tolerant. Eigentlich schade, daß diese Art nicht häufiger gehalten wird.

Verbreitung

Epiplatys spilargyreius

Diese Art ist am Südrand der Sahelzone von Senegal über den Tschad bis zum Nil und in den Pool Malebo (Stanleypool) in Zaire verbreitet. Diese Art hat das größte Verbreitungsgebiet aller Rivulinen in Afrika. Sie kommt oft gemeinsam mit Epiplatys bifasciatus, Aplocheilichthys normani und Aplocheilichthys pfaffi vor. Diese Art wird 5 bis 6 cm groß. Sie ist oft sehr stark variabel. Auf der Schwanzflosse sind aber vor allem bei den Weibchen stets Querbinden oder Punktreihen vorhanden, was die Identifizierung erleichtert. Die Schwanzflosse ist außerdem in der Mitte ausgezogen. Aufgrund des Lebensraumes in einem semiariden Gebiet sollte die Temperatur bei der Aquariumhaltung bei 26 bis 28°C liegen. Die Art lebt versteckt und ist etwas scheu. Eine Vergesellschaftung mit Epiplatys bifasciatus, mit dem die Art auch in der Natur gemeinsam vorkommt, ist möglich. Es empfiehlt sich, mehrere Tiere in einem größeren Becken zu halten, wo sie dann doch etwas von ihrer Scheu verlieren. Das Wasser des Beckens sollte auf keinen Fall abgestanden sein, da die Tiere dann sehr anfällig vor allem für Infektionen und Pilzerkrankungen werden. Die Zucht ist schwierig. Die Tiere sind Laichräuber, weshalb man sie im Kurzansatz ablaichen lassen sollte.

Verbreitung

Epiplatys dageti Artengruppe

Epiplatys dageti

Epiplatys dageti dageti

Die Nominatform kommt aus der Elfenbeinküste, aus Westghana und aus Liberia. Sie ist oft gemeinsam mit Epiplatys bifasciatus, Epiplatys etzeli und Aplocheilichthys rancureli verbreitet und besiedelt sumpfartige Biotope. Die Art wird etwa 5 cm groß. Die Caudale ist unten verlängert. Die Art hat 6 Querbinden, worin er sich von Epiplatys dageti monroviae unterscheidet. Die Nominatform ist zur Zeit nur sehr wenig verbreitet - vor allem deshalb, weil die andere Unterart, Epiplatys dageti monroviae, farblich schöner ist. Die Nominatform ist jedoch noch leichter in der Zucht, vor allem deswegen, weil die Geschlechterverteilung eher ausgeglichen ist. Das Becken sollte eher dunkel sein. Die Tiere fühlen sich in sauberem, abgestandenem Wasser am wohlsten. Außerdem sollten die Becken nicht zu klein sein, da es sich um eine sehr schwimmfreudige Art handelt. Die Tiere fühlen sich bei Temperaturen zwischen 21 und 28°C recht wohl. Dadurch sind sie immer Sommer auch gut für die Freilandhaltung geeignet. Bei guter Fütterung mit Wiesenplankon und anderem Lebendfutter erhält man pro Woche und Paar problemlos 200 bis 300 Eier. Es ist jedoch zu beachten, daß die Tiere Laichräuber sind. Die Eientwicklung dauert rund 8 bis 10 Tage.

Verbreitung

Epiplatys dageti monroviae

Diese Unterart aus der Umgebung von Monrovia in Liberia unterscheidet sich von der Nominatform durch die rote Kehle und dadurch, daß sie 5 - und nicht 6 - Querbinden hat. Diese Unterart zählt seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Aquarienfischen. Der Grund dafür liegt einerseits in der ansprechenden Färbung und andererseits in der nur wenig problematischen Zucht. Allerdings ist zu beachten, daß die Geschlechterverteilung oft sehr ungünstig ist. In diesem Fall lohnt es sich oft, die Temperatur etwas zu ändern. Ansonsten ist die Art anspruchslos. Sie frißt alles, verlangt keine besonderen Wasserwerte und ist für Killifsche bemerkenswert vergesellschaftungsfähig. Wenn man aber die Tiere in voller Farbenpracht sehen will, sind Artbecken mit weichem bis mittelhartem Wasser, qualitativ guter Fütterung und gedämpfter Beleuchtung zu empfehlen. Ansonsten gilt bei Haltung und Zucht das zuvor bei der Nominatform Gesagte.

Verbreitung

Epiplatys etzeli

Diese Art kommt aus dem Süden der Elfenbeinküste. Sie wird etwa 6 cm groß. Bei der Haltung ist ein dunkles Becken mit vielen Verstecken und einem Torfuntergrund empfehlenswert. Die Männchen der Art sind nämlich untereinander sehr aggressiv. Außerdem leben die Fische - ungewöhnlich für Epiplatys-Arten - relativ bodenorientiert. Die Zucht sollte in einem Becken wie dem beschriebenen nicht sonderlich problematisch sein. Die Eier werden bevorzugt im Torf abgelegt. Der Torf kann entnommen und für etwa 2 bis 3 Wochen trockengelegt werden.

Verbreitung

Epiplatys sexfasciatus Artengruppe

Epiplatys chaperi

Epiplays chaperi kommt aus SW-Ghana, S-Togo und dem Südosten der Elfenbeinküste. Diese Art löst Epiplatys togolensis westlich der Togo Hills ab. Teilweise kommt die Art dort auch gemeinsam mit Epiplatys dageti vor. Sie wird bis zu 6 cm groß und vor allem durch die 4 bis 5 Querbinden charakterisiert. Bei der Zucht ist zu beachten, daß bei einigen Populationen die Geschlechterverteilung oft sehr ungünstig ist. Die Fische sind allerdings sehr produktiv und sehr leicht zu züchten. Damit die Fische ihre ganze Farbenpracht zeigen, sollte das Becken dunkel sein.

Epiplatys chaperi chaperi

Von der Nominatform ist vor allem der Fundort "Angona" bekannt. Sie hat 4 Querbinden. Dieser Fundort zählt sicherlich zu den schönsten Fischen der Gattung Epiplatys. Die Zucht ist relativ einfach. Allerdings ist auf sparsame Fütterung zu achten, da die Art sehr gefräßig ist und leicht verfettet. Erschwerend ist auch, daß die Geschlechterverteilung speziell bei dieser Unterart oft sehr ungünstig ist.

Verbreitung

Epiplatys chaperi schreiberi

Epiplatys chaperi schreiberi kommt in West-Ghana in der Umgebung von Kumasi vor. Gemeinsam mit dieser Art ist oft Aphyosemion walkeri zu finden. Charakteristisch sind vor allem die 4 Querbinden. Die Art kommt ausschließlich in sehr langsam fließenden Gewässern vor, sodaß natürlich auch im Aquarium keine zu große Strömung vorhanden sein darf. Die Art ist gegen artfremde Tiere sehr aggressiv. Die Tiere sind Laichräuber.

Verbreitung

Epiplatys chaperi sheljuzhkoi

Diese Unterart ist in Umgebung von Abijan an der Elfenbeinküste verbreitet. Sie kommt dabei oft gemeinsam mit Epiplatys dageti vor. Diese Unterart hat 5 Querbinden, wobei aber bei den adulten Männchen oft nur die hinteren sichtbar sind. Die Unterart hat größere rote Punkte als die anderen Unterarten von Epiplatys chaperi. Der Körper zeigt außerdem 6 Längsreihen roter Punkte. Die Männchen sind untereinander aggressiv.

Verbreitung

Epiplatys chaperi spillmanni

Epiplatys chaperi spillmanni kommt aus Bouake an der Elfenbeinküste. Dort ist die Unterart gemeinsam mit Aplocheilichthys schioetzi, Epiplatys etzeli, Roloffia petersi und Aplocheilichthys pfaffi verbreitet. Die Unterart hat 4 - 5 Querbinden, die aber nicht wie bei Epiplatys chaperi sheljuzhkoi verblassen und außerdem über den ganzen Körper verteilt sind. Die Schwanzflosse ist unten ausgezogen. Diese Art ist friedlich und recht lebhaft.

Verbreitung

Epiplatys sexfasciatus

Der folgende Abschnitt bezieht sich sowohl auf E. sexfasciatus mit seinen Unterarten als auch auf die Arten E. togolensis, E. rathkei und E. baroi, die ja lange als Unterarten zu E. sexfasciatus bezeichnet wurden.

Für die Zucht dieser Fische gibt es eine einfache Regel: je weiter südlich beziehungsweise östlich beheimatet desto schwieriger. Das scheint zwar auf den ersten Blick nicht sonderlich logisch; wenn man jedoch bedenkt, daß im Nordwesten des Verbreitungsgebietes dieser Artengruppe Savannengebiet ist, während man sich im Südosten bereits im tiefsten Regenwald des Kongobeckens befindet, wird das schon etwas leichter erklärlich. Es ist nämlich oft so, daß die Arten der Savanne leicher zu züchten sind als deren direkte Verwandte im Regenwald. Ansonsten zeichnen sich die Fische vor allem dadurch aus, daß sie langsam wachsen - die Jungtiere sind meist erst nach 8 oder 9 Monaten geschlechtsreif. Bei der Haltung ist vor allem auf sauberes Wasser zu achten, da die Fische sehr anfällig gegen Flossenfäule sind. Außerdem laichen die Tiere vor allem nach Wasserwechsel, nicht aber in Altwasser. Eine Ausnahme macht hier die Nominatform Epiplatys sexfasciatus sexfasciatus, die auf Frischwasser empfindlich reagiert. Zur Zucht sollten nur Tiere angesetzt werden, die älter als 1 Jahr sind, da man mit jungen Tieren nur wenig Laich erzielt. Weiters sollte das Becken relativ dunkel sein, da sich die Fische sonst nicht wohl fühlen und ebenfalls weniger Eier legen. Die Eier sollten entfernt werden, da die adulten Tiere Laichräuber sind. Die Fische sind sehr lebhaft und auch streitsüchtig. Die Eier der Fische sollten im Allgemeinen auf Torf gelagert werden.

Epiplatys sexfasciatus sexfasciatus

Die Nominatform ist in Gabun verbreitet. Es handelt sich dabei um eine mit 8 cm mittelgroße und relativ unscheinbare Art - ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern dieser Superspezies. Die Schwanzflosse ist in der Mitte stark verlängert.

Verbreitung

Epiplatys sexfasciatus infrafasciatus

Diese Unterart kommt aus dem Südosten Nigerias und aus den Küstenbereichen Kameruns sowie von Fernando Poo. Früher wurden auch Epiplatys baroi und Epiplatys rathkei zugerechnet, die aber jetzt als eigene Arten geführt werden.

Verbreitung

Epiplatys baroi

Mit dieser Art kommen wir nun zu den Epiplatys sexfasciatus s.l. - Arten Kameruns. Das sind die Arten, von denen bisher eigentlich meist die Rede war, wenn man von Epiplatys sexfasciatus sprach. Kurzfristig wurden die Arten aus Kamerun auch als Epiplatys sexfasciatus infrafasciatus bezeichnet - der Name wiederum bezieht sich jetzt aber, wie erwähnt, nur noch auf die Arten aus Nigeria. Epipatys baroi kommt aus der Umgebung von Kribi in Südkamerun. Diese Art wird etwa 7 bis 9 cm groß. Die Körpergrundfarbe ist rotbraun. Besonders auffällig sind die orangeroten Flossen. Die Art hat 6 dunkle Querbinden. Das ist insofern von Bedeutung, als wir bei den folgenden, ähnlich aussehenden Arten feststellen werden, daß sich diese vor allem durch die Anzahl der Querbinden unterscheiden.

Verbreitung

Epiplatys rathkei

Mit dieser Art kommen wir nun zur zweiten der drei Arten dieser Artengruppe aus Kamerun. Sie kommt aus der Umgebung von Kribi in Westkamerun. Sie wird etwa 10 cm groß. Die Schuppen sind rot gerandet. Von Epiplatys baroi unterscheidet sie sich vor allem dadurch, daß sie 9 bis 11 Querbinden aufweist. Diese Art sollte nicht mit kleineren Fischen vergesellschaftet werden, da sie gegenüber diesen sehr aggressiv ist. Die Jungfische dieser Art sollten nach ihrer Größe getrennt werden, weil sie sonst zu Kannibalismus neigen.

Verbreitung

Epiplatys togolensis

Bevor wir zur letzten Art dieser Gruppe aus Kamerun kommen, muß noch die letzte der früher als Unterart zu Epiplatys sexfasciatus bekannten Arten erwähnt werden. Es handelt sich dabei um Epiplatys togolensis. Diese Art kommt in Togo und Ghana vor. Sie zählt mit 7 cm zu den mittelgroßen Arten der Gattung. Ihre Schwanzflosse ist in der Mitte ausgezogen. Die Färbung der Tiere variiert stark. Von Epiplatys rathkei und Epiplatys baroi unterscheiden sie wiederum die Querbinden. Hier sind es 6 bis 8 Querbinden und 4 bis 7 schmale Längsreihen braunroter Punkte. Diese Art ist weniger farbenprächtig als die beiden zuvor erwähnten. Die Männchen dieser Art sind gegenüber den Weibchen relativ aggressiv. Es handelt sich hier um eine recht robuste, leicht zu züchtende Art. Bei der Haltung sollte man darauf achten, daß die Fische leicht verfetten, wenn man ihnen Wurmfutter gibt.

Verbreitung

Epiplatys esekanus

Epiplatys esekanus ist nun die dritte Art dieser Gruppe aus Kamerun. Die Tiere kommen aus der Umgebung von Eseka. Die Art ist friedlich, aber scheu. Die Tiere sind empfindlich gegen Wasserverunreinigungen, sollten in dunklen Becken gehalten werden und brauchen unbedingt abwechslungsreiches Lebendfutter - eine schwierige Art. Wenn die Art sich wohl fühlt, kann sie allerdings sehr produktiv sein. Die Jungfische sind sehr empfindlich gegen Infusorien und Altwasser. Sie sollten deshalb die ersten 14 Tage in kleinen Schälchen mit nur wenig Wasser gehalten werden. Diese Wasser sollte etwas angesäuert werden, da es so infusorienarm bleibt. Außerdem empfiehlt sich eine Belüftung, da die Jungfische viel Sauerstoff brauchen. Sie können auch noch nicht sofort Artemia aufnehmen. Diese ganz Problematik läßt sich in einem gut eingefahrenen Becken mit guter Durchlüftung umgehen. Dort sollten die Jungfische für die ersten Tage auch genügend Nahrung finden. Die Fische sollten nicht mit anderen Epiplatys-Arten vergesellschaftet werden, da sie diesen gegenüber sehr aggressiv sind.

Verbreitung

Epiplatys longiventralis

Epiplatys longiventralis kommt aus dem Gebiet des Nigerdeltas. Dort kommt sie gemeinsam mit Epiplatys sexfasciatus infrafasciatus und Epiplatys grahami vor. Die Art wird bis zu 10 cm groß und ist in ihrem Aussehen recht variabel. Von Epiplatys sexfasciatus infrafasciatus unterscheidet sie sich durch folgende Merkmale:

Bemerkenswert ist auch, daß bei Kreuzungsversuchen mit Epiplatys sexfasciatus infrafasciatus fertile F1-Generationen erzielt werden konnten. Dennoch handelt es sich dabei sicher um eine gültige Art, da in der Natur keine Mischlinge gefunden werden konnten, obwohl die Tiere auch gemeinsam vorkommen. Die Zucht ist nicht leicht. Die Tiere verlangen sauberes, weiches Wasser und qualitativ gutes Futter.

Verbreitung

Epiplatys singa Artengruppe

Epiplatys singa

Diese Art ist an der Küste von Gabun, Kongo und Zaire verbreitet. Sie wird etwa 6 cm groß. Diese Art ist bis auf das stark irisierende Auge nicht besonders bunt. Sie weist aber ein überaus schönes Muster, besonders im Bereich der Kehle, auf. Die Art ist etwas scheu und sollte daher in dunklen Becken gehalten werden. Die Zucht ist sehr leicht. Am besten gelingt sie in abgestandenem, aber sauberem Wasser bei Fütterung mit Mückenlarven. Dann können pro Woche und Paar leicht 80 bis 100 Eier erzielt werden. Die Jungfische sind nach etwa 8 Monaten geschlechtsreif.

Verbreitung

Epiplatys grahami

Diese Art ist in Nigeria, Kamerun und in Gabun verbreitet. Sie zählt mit etwa 7 cm zu den mittelgroßen Arten der Gruppe. Die Art weist 5 bis 6 Querbinden auf. Charakteristisch ist auch das grüne Auge. Die Zucht ist ebenfalls sehr einfach, jedoch müssen die Jungfische getrennt werden, da sie sonst zum Kannibalismus neigen.

Verbreitung

Epiplatys sangmelinensis Artengruppe

Epiplatys sangmelinensis

Diese Art ist im Bereich des Inlandplateaus von Südkamerun und Nordgabun verbreitet. Sie wird etwa 5 cm groß. Die Schwanzflosse ist in der Mitte ausgezogen. Die Männchen dieser Art sind untereinander aggressiv. Bei der Haltung ist auf sauberes, weiches und saures Wasser zu achten. Besonders bewährt hat sich sauberes Regenwasser. Das Becken sollte wegen der Aggressivität der Männchen dicht bepfanzt werden. Eine Vergesellschaftung mit Aphyosemion-Arten und Leuchtaugenfischen, mit denen diese Art auch in der Natur gemeinsam vorkommt, ist möglich. Zur Zucht ist abwechslungsreiches Lebenfutter notwendig. Man sollte aber auf Wurmfutter verzichten, da die Tiere sehr leicht verfetten. Die Zucht ist schwierig, da die Fische sehr unproduktiv sind. Allgemein sollte man bei dieser Art erst Tiere ab einem Alter von etwa 1 bis 1,5 Jahren zur Zucht ansetzen, vorher werden fast keine Eier erzielt. Die Jungfische sind sehr empfindlich gegen Verunreinigungen und wachsen nur sehr langsam; sie sind erst nach etwa einem Jahr geschlechtsreif. Ähnliches gilt übrigens auch für Aphyosemion cameronense, mit dem dieser Art oft gemeinsam vorkommt.

Verbreitung

Epiplatys neumanni

Diese Art stammt aus Nord-Gabun und Süd-Kamerun. Sie wird etwa 5 cm groß. Der Körper dieser Art zeigt deutliche Querbinden. Die Zucht entspricht etwa der von Epiplatys sangmelinensis. Die Fische sind relativ unproduktiv. Außerdem erhält man bei der Zucht oft mehr Männchen.

Verbreitung

Epiplatys multifasciatus Artengruppe

Epiplatys multifasciatus

Diese Art ist in Gabun, Kongo und Zaire verbreitet. Sie kommt dort auch gemeinsam mit Epiplatys chevalieri nigricans, Adamas formosus und Aphyosemion sp. aff. elegans vor. Sie wird bis zu 7 cm groß. Die Schwanzflosse ist leicht verlängert. Die Zucht der Art ist sehr schwierig. Die Eier sind sehr groß und verpilzen sehr leicht. Die Tiere scheinen sich in abgestandenem, aber sauberem Wasser am wohlsten zu fühlen. Sollte man es also zufällig geschafft haben, die Tiere zum Laichen zu bringen, sollte man die Eier auf Torf legen.

Verbreitung

Epiplatys ansorgii

Diese Art kommt aus Zentralgabun. Ihr gehören auch die Fundorte an, die un ter dem Namen Epiplatys berkenkampi verbreitet sind. Die Fische werden etwa 7 cm groß und haben 5 Querstreifen am Körper. Die Flossen sind orange-rot. Bei der Haltung ist vor allem auf ein dunkles Becken zu achten. Diese Art vermittelt zwischen der Epiplatys multifasciatus - und der Epiplatys sexfasciatus - Artengruppe. Die Zucht ist schwierig, die Eier verpilzen sehr leicht. Das Wasser sollte sauer sein. Frischwasser fördert die Laichbereitschaft. Die Tiere sind Laichräuber. Die Jungfische sollten in Wasser mit Torfzusatz oder in Altwasser aufgezogen werden. Bemerkenswert ist auch, daß die Tiere nach einem Wasserwechsel nicht ablaichen, sondern gleichsam "abwarten", bis das Wasser wieder etwas abgestanden ist.

Verbreitung

Epiplatys chevalieri

Epiplatys chevalieri chevalieri

Epiplatys chevalieri chevalieri kommt aus dem Kongobecken Zaires. Dort ist die Art gemeinsam mit Epiplatys multifasciatus, Adamas formosus und Aphyosemion sp. aff. elegans verbreitet. Diese Art wird bis zu 6 cm groß und fällt besonders durch die 5 bis 6 Längsreihen roter Punkte auf. Bei der Haltung und Zucht ist vor allem auf sauberes, weiches Wasser zu achten, da diese Art sehr empfindlich gegen Infusorien ist. Sauberes Regenwasser hat sich gut bewährt. Die Fische sind sehr schwimmfreudig. Es ist möglich, die Fische in einem gut eingefahrenen Becken im Daueransatz zu halten, da die Tiere keine Laichräuber sind. Die Eier der Art sind stark pigmentiert. Die Eientwicklung dauert mit etwa 19 Tagen bei 24°C sehr lange. Bei der Zucht erhält man oft mehr Männchen als Weibchen. Die Jungfische sind nach etwa 6 Monaten geschlechtsreif. Sie sollten jedoch erst nach einem Jahr zur Zucht angesetzt werden.

Verbreitung

Epiplatys chevalieri nigricans

Diese Unterart kommt aus dem Nordosten Zaires. Sie wird 5 bis 6 cm groß. Die Tiere sind friedlich und sehr scheu. Die Zucht entspricht in etwa der der Nominatform. Jedoch sollte man die Eier auf Torf aufbewahren, da sie sonst leicht verpilzen.

Verbreitung

Epiplatys huberi

Diese Art ist im Hügelland von Südgabun und der Volksrepublik Kongo verbreitet. Die Art wird etwa 6 cm groß. Der Körper zeigt 5 bis 6 blauschwarze Streifen. Die Art ist sehr friedlich. Bei der Zucht ist vor allem gute Fütterung und sauberes Wasser wichtig. Als Ablaichmaterial haben sich ins Wasser hängende Torffasern bewährt. Diese können leicht entnommen und die Eier 2 bis 3 Wochen trockengelegt werden. Die Jungfische dieser Art sollten nach ihrer Größe getrennt werden.

Verbreitung

Epiplatys mesogramma

Diese Art kommt aus der Zentralafrikanischen Republik. Sie wird etwa 5 cm groß und hat 6 Querbinden. Die Fische sind scheu und sehr empfndlich gegen Wasserverunreinigungen. Das Becken sollte also einige Verstecke aufweisen und nicht zu hell beleuchtet sein. Die Tiere fühlen sich in abgestandenem Wasser am wohlsten. Ansonsten entspricht die Haltung und Zucht der von Epiplatys huberi.

Verbreitung

Epiplatys phoeniceps

Diese Art kommt aus dem Hochland im Osten Kongos. Charakteristisch für diese Art sind die 7 Querbinden - Epiplatys multifasciatus hat nur 5. Die Art wird etwa 6 cm groß. Die Männchen dieser Art sind den Weibchen gegenüber teilweise aggessiv. Haltung und Zucht sind problematisch, da die Tiere empfindlich gegen Verunreinigungen sind. Die Eier sollten auf Torf gelegt werden.

Verbreitung

Epiplatys bifasciatus Artengruppe

Epiplatys bifasciatus

Epiplatys bifasciatus hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet. Es reicht vom Senegal bis in den Sudan ins Einzugsgebiet des Nil. Außerdem ist aus dem unterem Bereich des Kongo ein Fundort beschrieben worden, der isoliert vom restlichen Verbreitungsgebiet ist. Die Art ist somit typisch für die Savanne. Dadurch ergibt sich für die Aquarienhaltung, daß Temperaturschwankungen möglich und durchaus auch erwünscht sind. Die Afterflosse und die Schwanzflosse sind stark verlängert. Die Art wird etwa 5 cm groß. Bei der Haltung sollte man auf ein dunkles Becken zu achten, da diese Art sehr schreckhaft ist. Die Temperatur sollte bei 25 bis 27°C liegen. Die Eier der Art sind empfindlich gegen Infusorien und Verunreinigungen. Es hat sich bewährt, die Tiere in einem eingefahrenen Becken ablaichen zu lassen und dann die adulten Tiere zu entfernen.

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Epiplatys barmoiensis

Diese Art ist in den Savannen von Sierra Leone, Liberia und Nigeria beheimatet. Charakteristisch sind die weit hinten ansetzenden Bauchflossen. Die Art ist sehr friedlich. Das Becken sollte etwas größer sein, da die Fische sehr schwimmfreudig sind. Für die Zucht hat sich besonders sauberes Regenwasser bewährt. Bei den Nachzuchten überwiegen stark die Männchen.

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Epiplatys biafranus

Diese Art kommt aus dem Südosten Nigerias. Sie wird etwa 5 cm groß und hat eine in der Mitte ausgezogene Schwanzflosse. Die Männchen sind sehr streitsüchtig. Die Fische sind sehr empfindlich gegenüber Wasserverunreinigung. Für die Zucht ist vor allem abwechslungsreiche, qualitativ gutes Futter wichtig.

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Epiplatys annulatus Artengruppe

Epiplatys annulatus

Diese recht beliebte Art ist in Guinea und Sierra Leone verbreitet. Dort kommt sie in der Savanne oft gemeinsam mit Epiplatys fasciolatus und Epiplatys bifasciatus vor. Es sei aber davor gewarnt, diese Vergesellschaftung im Aquarium auszuprobieren: auch in der Natur jagen die beiden größeren die kleinere Art. Diese überlebt eigentlich nur deshalb, weil sie sich ständig in den stark verkrauteten Uferzonen aufhält, in welche die großen Arten nicht vordringen können. Diese Art wird etwa 3 bis 4 cm groß. Besonders auffällig ist die in der Mitte stark ausgezogene Schwanzflosse dieser Art. Die Fische sind sehr friedlich, und es ist daher möglich und für die Zucht sogar empfehlenswert, mehrere Paare in einem Becken zu halten. Die Zucht sollte extensiv erfolgen. Am besten gibt man einige Paare in ein gut eingefahrenes, reichlich bepflanztes Becken. Es hat sich bewährt, im Becken für eine leichte Strömung zu sorgen. Wichtig ist der regelmäßige Wasserwechsel, da die Fische nur in sauberem Frischwasser ablaichen. Die Wasserwerte sollten etwa bei 5° Gesamthärte und bei einem pH-Wert von etwa 5 bis 6,5 liegen. Ein Torfzusatz ist empfehlenswert. Als Beckenpflanzen empfehlen sich vor allem feinblättrige Pflanzen, besonders Javamoos. Die Temperatur sollte auf jeden Fall über 25°C liegen. Als Futter werden sehr gerne Artemia, Cyclops und Wasserflöhe genommen. Im Daueransatz sollte man aber auf Cyclops verzichten, da diese die anfangs sehr kleinen Jungosche fressen können. Die Eier können im Becken belassen werden; die adulten Tiere sind keine Laichräuber. Die Jungosche schlüpfen bei 27°C nach 9 bis 11 Tagen. Die Jungfische sind bereits nach 5 bis 6 Monaten geschlechtsreif. Allgemein sind die Fische vom Fundort "Kasawe Forest" produktiver als die mit der Bezeichnung "Monrovia".

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Die Gattung Pachypanchax

Die Gattung Pachypanchax ist auf Madagaskar, den Seychellen und auf Sansibar verbreitet. Der Lebensraum der Fische ist außergewöhnlich: neben den üblichen Biotopen besiedeln sie auch Brackwasserbiotope und schnellfließende Gewässer. Der Körper ist torpedoförmig. Die Rückenflosse beginnt bereits über der Mitte der Afterflosse.

Pachypanchax omalonotus

Diese am meisten gehaltene Art der Gattung kommt von Madagaskar. Dort besiedelt sie alle zuvor genannten Biotope, also auch das Brackwasser. Im Hobby sind rote und blaue Varianten vom Fundort "Nosy Be" vertreten. Sie wird bis etwa 10 cm groß. Die Fische sind in der Zucht recht einfach, auch wenn die Männchen untereinander und gegenüber den Weibchen ruppig sind. Die Eier dieser Art sind groß; bei 24 bin 27°C dauert ihre Entwicklung etwa 12 bis 16 Tage. Oft erhält man bei der Zucht mehr Weibchen als Männchen - vor allem bei niedrigeren Temperaturen.

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Pachypanchax playfairii

Diese Art ist auf den Seychellen und auf Sansibar verbreitet. Wie Pachypanchax omalonotus kommt die Art auch in Brackwasser vor. Dabei ist zu bemerken, daß Fische von Brackwasserbiotopen bedeutend größer werden können. Normalerweise werden die Tiere aber "nur" etwa 10 cm groß. In Haltung und Zucht entspricht sie etwa Pachypanchax omalonotus, jedoch sind die Männchen noch aggressiver. Das Becken sollte dunkel sein, das Wasser mittelhart. Die Tiere sind starke Laichräuber. Auch die Jungen müssen voneinander nach ihrer Größe getrennt werden, da sie sonst zu Kannibalismus neigen. Bemerkenswert ist noch das Balzverhalten, bei dem bei den Männchen die Rückenschuppen abgespreizt werden.

Pachypanchax sakaramyi

Über diese Art ist nur sehr wenig bekannt. Sie kommt aus Madagaskar. In letzter Zeit ist jedoch wieder ein Fundort in Europa aufgetaucht.

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Michael.Redinger@uibk.ac.at


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