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17. JAHRHUNDERT

Im 17. Jahrhundert ist Arzl weiterhin ein recht kleines Dorf, gegenüber der Zählung von 1412 mit 53 Familien ist bis zur Zählung von 1615 kaum ein Zuwachs zu verzeichnen: zusammen mit Mühlau weist Arzl jetzt 60 Haushalte mit 341 Personen auf.

Die bemerkenswertesten Ereignisse dieses ansonsten recht ruhig verlaufenden Jahrhunderts waren die "Pest"-Epidemien (nach heutiger Terminologie war es wohl das Fleckfieber) in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Zentrum der ersten großen Epidemie 1611/12 war Schwaz, wo über 2000 Menschen an der Krankheit starben, aber auch andere Tiroler Orte waren davon betroffen, darunter im Gericht Thaur Rum und Arzl mit Mühlau. Allerdings lief hier die erste Epidemie eher glimpflich ab, denn im ganzen Gericht Thaur starben anscheinend nur sieben Menschen daran. Trotzdem wurde schon damals die Anlage eines eigenen Pestfriedhofes für Mühlau und Arzl an unbewohnter Stelle zwischen den beiden Dörfern geplant. Ob der Plan auch ausgeführt wurde, ist unsicher, jedenfalls aber brauchte es den Pestfriedhof am unteren Ende des Helfentales für die Epidemie von 1643, die für Arzl wesentlich schwerer ablief.
Von diesem Pestfriedhof zeugt noch die Pestkapelle, die heute allerdings auch nicht mehr ganz am ursprünglichen Platz steht; das zu vermutende Areal des Pestfriedhofes ist weitgehend verbaut worden.

Im Zusammenhang mit dieser Seuche scheint die Sebastiani-Prozession (am Ostermontag) gelobt worden zu sein und vielleicht gaben diese Pestepidemien auch Anregung zur Errichtung einer kleinen Kirche (eingeweiht 1665) samt zugehörigem Kreuzweg auf dem Kalvarienberg.


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Dietrich Feil
General-Feurstein-Straße 13
6020 Innsbruck/Arzl


(C) Dietrich FEIL, Innsbruck/Arzl, 2002
 
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