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FRÜHMITTELALTER

Das Ende der römischen Herrschaft im Alpenraum bringt zunächst ganz allgemein eine noch wesentlich schlechtere Überlieferungslage als für die Römerzeit.
Für Arzl wissen wir aus den gut sieben Jahrhunderten zwischen dem Ende der römischen Herrschaft und den ersten urkundlichen Erwähnungen im 12. Jahrhundert eigentlich nur:
- es hat in der Gegend Bajuwaren gegeben, denen das unten genannte Frauengrab zuzuweisen ist, und von denen vielleicht einige der Flurnamen in der Gegend herrühren könnten;
- einer der frühmittelalterlichen örtlichen Gutsherren dürfte sich an der Stelle, wo später die Arzler Pfarrkirche entstand, im 8. Jahrhundert  eine wohl von Anfang an dem Hl. Johannes dem Täufer geweihte Eigenkirche errichtet haben; in der Umgebung der Kirche scheint auch bestattet worden zu sein (vgl. den Abschnitt zur Baugeschichte der Pfarrkirche).

Ferner könnten etwa im Zeitraum von 500 - 700 n.Chr. die Arzler Ackerterrassen angelegt worden sein. Sollte dieses umfangreiche Unternehmen in diese Zeit fallen, wäre es ein Argument für relativ dichte Besiedlung, intensive landwirtschaftliche Tätigkeit und wohl auch ausgeprägte Gemeinschaftsstrukturen in dieser Epoche. Sichere Beweise für die Datierung fehlen aber. Ebenso unsicher muß vorläufig bleiben, ob nicht jene großräumige Feldvermessung, die als römische "Quadraflur"-Vermessung gilt (vgl. den Abschnitt zur Römerzeit), dem Frühmittelalter zuzuweisen ist (1).



Funde aus dem Frühmittelalter

An der Straße Arzl - Rum
1931: eine Frauenbestattung in Holzsarg mit Schmuckbeigaben
1952: beigabenlose Körpergräber (in der Nähe des vorigen; damit zusammenhängend?)
Plank (1964) 146f. Abb. 11.- Ubl (1981) 690 Abb. 70-71 (mit weiterer Literatur).
 
 

 
 
 
 

oben und links: Funde aus dem bajuwarischen Frauengrab an der Rumer Straße
(nach Ubl (1981))

Arzl/Pfarrkirche
Reste eines wohl in das 8. Jh. gehörigen Vorgängerbaus der heutigen Kirche
(festgestellt bei Grabungen im Zuge der Bodenneuverlegung bei der Kirchenrestaurierung 1996)
Sydow (1996)
Sydow (2001)
 
 


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Dietrich Feil
General-Feurstein-Straße 13
6020 Innsbruck/Arzl


(C) Dietrich FEIL, Innsbruck/Arzl, 2002

1. Die letzte Stellungnahme zu den "Quadrafluren" (I. Heitmeier, Die römische Okkupation Nordtirols und ihre Folgen, Tiroler Heimat 61, 1997, 17-33) scheint in diese Richtung zu tendieren. (^)
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