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WEITERE URKUNDEN ZUR GESCHICHTE VON ARZL
1. Urkunden vor 1500

1173

Lazarus von Wolfratshausen, ein adeliger Dienstmann der Grafen von Andechs, übergibt dem Kloster Diessen am Ammersee in Oberbayern zwei Höfe im Dorfe Thaur (in villa Toure) und einen halben Hof in Arzl (Arcella).

Stolz (1959) 463.



um 1189

Meinhard von Haag (Freising) läßt durch Dietbold von Wippenhausen (LK Freising) dem Prämonstratenserkloster Schäftlarn sein Gut zu Arzl (bei Innsbruck) übergeben, das er demselben anläßlich des Kreuzzuges verkauft hat.

Presentibus et futuris ob memoriam scribere dignum duximus, quod domnus Meinhardus de Haga per manum Ditpoldi de Wippenhusen delegavit super altare sancti Dyonisii martyris fratribus ad usum in Sceftl(arn) predium, quod habuit in Arcelle, pro talentis XXXta tribus anno expeditionis Ierosolimitane.

Testes:
Ditpoldus, qui et delegator, de Wippenhusen
Cvonrat de Chienberc
Meinhardus de Hage
Gotfridus de eodem loco
Cvonrat et miles eius Heinricus Vilsar de Pigarten
Otto de Owe
Meinhardus de Augusta
Rvdigerus de Bozan
Fridricus de Gotzingen

Ex familia:
Leo
Volricus Pvuir
Albertus Laibel
Albertus Mulchint
Cvonrat faber
Siboto Lungil
Volricus strichare et alii quam plures

München, Staatsarchiv, Schäftlarn, Lit. 3/I, fol. 67v.

A. Weisthanner, Die Traditionen des Klosters Schäftlarn 760-1305 (1953) 284f. Nr. 284.
vgl.: F. Huter, Tiroler Urkundenbuch Bd. 3 (1957) 359 Nr. 441a.



1189 (vor dem 11. Mai)

Konrad von (Jakob-)Neuharting (LK Ebersberg / Bay.) übereignet durch Gebhard Fanze von Fischbach (LK Rosenheim?) vor Antritt des Kreuzzuges seinen Besitz in Arzl an das Kloster Schäftlarn.

De predio in Arcelle

Notum sit omnibus Christi fidelibus tam futuris quam presentibus, quod domnus Cvonradus de Nivrtingen in expeditionem iturus delegavit ecclesie et fratribus sancti Dyonisii martyris in Sceftl(arn) omne predium, quod ad se pertinuit in Arcelle, per manum delegatoris sui Gebeharde Fanze de Fispach pro talentis triginta quinque monete Ratisponensis.

Huius rei testes sunt subscripti:
Idem Cvonradus et frater eius Heinricus cum servis eorum Wernhero et Richgero
Gebehardus, qui et delegator
Hartmannus et frater eius Ingram de Hartchirchen
Eberhardus de Iorze
Eberhardus et filius Eberhardus de Sweuia
Wernherus Vegerinke
Volricus de Waber
Cvonradus de Northoven
Cvonradus servus domni Hartmanni
Cvonradus de Morlebach
Heinricus de Pvochardorf

et isti de familia:
Lewo
Volricus de garwar
Albertus Laibel
Berh(ardus) de Wichar
Albertus Zmulchint
Siboto
Heinricus de ffingar
Cvonradus de Pigarten
Hermannus de Ascmvotingen

München, Staatsarchiv

A. Weisthanner, Die Traditionen des Klosters Schäftlarn 760-1305 (1953) 286ff. Nr. 286.


1193-1195

Konrad von Inspruge (Innsbruck) verkauft einen Hof in Arzelle an das Kloster in Schäftlarn.

Insinuamus tam futuris quam presentibus omnibus Christi fidelibus emisse nos a Cvonrado de Insprucge, filio videlicet Pillungi, pro XIIIIor talentis hvobam unam in Arcelle.

Huius negotii testes sunt hii:
Cvonradus de Bairbrunnen et miles eius Bertholdus
Otto de Leingruobe
Volricus der Wenige de Wolfratehusen et frater eius Heinricus de Munichen, patrueles dicti Cvonradi de Insbrucge
Volricus de Derbolfingen
Ratpoto de Chirheim
Vdelricus de schêrge de Nivvarn

et ex familia quam plures.

München, Staatsarchiv

A. Weisthanner, Die Traditionen des Klosters Schäftlarn (1953) 760-1305 310f. Nr. 311.
vgl.: Stolz (1959) 463



1237

Die Herren Konrad und Berchtold von Trautson versichern das Heiratsgut ihrer Schwester auf sieben Huben in der Pfarre Thaur (in plebe Toure) und auf einer halben Hube und einem Kammerland zu Arzl bei der Kirche (Arzl apud ecclesiam).

Stolz (1959) 463.



1255/56

Einkünfte und Dienstleistungen des Klosters Schäftlarn aus seinen Besitzungen im Inntal

Annotacio redditum de prediis in valle Eni ad ecclesiam nostram pertinentium:
...
in Arcella de uno predio decem equos, qui de Bozano duas carradas vini ferant usque Mittenwalde; de altero predio tantum et totum servicium ex integro persolverunt; de tercio predio quinque equos, qui de Bozano integram carradam vini ferant usque Mittenwalde...

München, Staatsarchiv

A. Weisthanner, Die Traditionen des Klosters Schäftlarn 760-1305 (1953) 462ff. Nr. 484.

Nach dem Verhältnis von Kaufpreis und Dienstleistung müssen die beiden Höfe, welche zehn Pferde zu stellen haben, die um 1189 von Konrad von Neuharting und Meinhard von Haag erworbenen sein, der kleinere, der nur fünf Pferde stellt, der 1193/95 von Konrad von Innsbruck gekaufte; vgl. das Schäftlarner Urbar von 1327, wo diese Dienstleistungen bereits durch Geld abgegolten werden.



1269
(zur Zeit des Abtes Hartwik)

Friedrich von Rottenburg (Rotinburch) verkauft der Kirche von St. Georgenberg im Inntal, Diözese Brixen (ecclesie Montis beati Georgii uallis Eni Brixinensis diocesis) eine halbe Hufe in Arzl (in Arzelle) um 9 Mark 4 Pfund Berner. Er und seine Erben sollen jedoch davon jährlich für die Vogtei den "vogitmetzen" beziehen.

Siegler: Friedrich von Rottenburg

mehrere Zeugen (keiner aus Arzl)

Ch. Fornwagner, Die Regesten der Urkunden der Benediktinerabtei St. Georgenberg-Fiecht vom 10. Jahrhundert bis 1300, Tiroler Geschichtsquellen 27 (1989) 54f. Nr. 76.



1288
Urbar der Grafen von Tirol

"VIII. Der gelt von Tawer
...
12. Datz Arcelle des meiers hof Ekkeprehtes: 12 mvtte roke, 12 mvtte gerste, 4 fleish, 2 gense, 10 hüner, 100 ayer, vmb stift 2 pfvnt.
13. Aeblins hof: 12 mvtte roken,  12 mvtte gerste, 4 fleish, 2 gense, 10 hüner, 100 ayer, vmb stift 2 pfvnt.
14. Von dem zehenden auch da selbes: 15 mvtte roken, 15 mvtte gersten, 20 mvtte haberen, 2 mvtte weitze; von dem selben zehenden git man auch 10 mvtte.
15. Daz Arcelmülin: roke vnd gerste 7 mvtte, 1 fleish, 4 hüner, 30 ayer, vmb gedinge 1 pfvnt.
...
19. Daz Purren Peters hof: 20 pfunt.
20. Des Haselvederes hof: 20 pfvnt.

Ditz ist das stiwerchorn:
...
32. Datz Arcelle: roke und gerste und haberen 15 mutte.
33. Datz Tawer, ze Rumme, datz Arcelle von der voytay: 10 mutte haberen.

Ditz sint diu voytpfert:
...
49. Datz Arcelle: 19 pfert.

....
61. Datz Arcelle: 2 rinder vnd 15 schaf.

IX. Der gelt von Fridberch
...
53. Datz Arcelle ein chamerlant: 4 pfunt; vogtay."

nach: O. von Zingerle, Meinhards II. Urbare der Grafschaft Tirol, Fontes rerum Austriacarum/Österreichische Geschichtsquellen II.15.2 (1890) 49.

Erklärungen:
"Danach gehörten zu dem Amte Thaur auch zwei Höfe zu Arcelle, die damals die Meier Ekkebrecht und Aeblin bewirtschafteten. Jeder von ihnen hatte an dieses Amt als jährlichen Grundzins zu leisten 12 Mut (etwas mehr als ein Star) Roggen, 12 Mut Gerste, 4 Fleisch (geräucherte Fleischstücke), 2 Gänse, 10 Hühner, 100 Eier und 2 Pfund Pfennige.
Ferner hatte das ganze Dorf Arzl in das Amt Thaur jährlich den Zehenten, eine ursprünglich kirchenrechtliche Abgabe, zu dienen, und zwar 15 Mut Roggen, 15 Mut Gerste, 20 Mut Hafer und 2 Mut Weizen.
Auf Puren (Purenhof) zinsen des Peters Hof und der des Haselvelders je 20 Pfund Pfennige.
In diesem Urbar von 1288 wird auch erstmals Mühlau als Siedlung genannt, nämlich zu Mulaenne zinst des Wehen Schwaighof 20 Pfund. Diese Schwaighöfe waren hauptsächlich für die Viehzucht bestimmt, und vermutlich waren auch die Höfe auf Puren solche Schwaigen, weil sie denselben Zins hatten.
Ferner ist noch in diesem Urbar ein Gut zu "Arzelmülin" mit einem halben Zinse wie jene ersteren Meierhöfe erwähnt, vermutlich ist damit auch Mühlau bei Arzl gemeint.
Weiters hatte laut dieses Urbars (!) die ganze Gemeinde Arzl samt Mühlau als Steuerkorn jährlich 15 Mut Roggen, Gerste und Hafer, 2 Rinder und 15 Schafe zu leisten und 19 Pferde für gewisse Fuhrdienste zu stellen.
Aus all diesen Angaben ist zu ersehen, daß damals die Bauern zu Arzl und Mühlau wie später alle vier Getreidearten bauten und Viehzucht mit Rindern, Pferden, Schafen und Geflügel betrieben.
Jenen Zehent zu Arzl gab der Landesfürst 1363 Dez. 9 dem Heinrich Schnellmann, seinem Pfleger zu Thaur, zur Vergütung der Schäden, die er im damaligen Kriege mit Bayern erlitten hatte, zu Lehen (L.R. Arch. Urk. I, 88)."
(Stolz (1959) 464).



1312
Die auf Arzl bezüglichen Teile des Inntaler Steuerbuches

(Blatt 13a)
Daz ist diu stiure von Artzelle
Dez ersten Chuonrad von Mvelein  g. 8 (= 160 Pf.)
der Sagmeister  g. 16 (= 320 Pf.)
Chuonrad der Mennel  lb. 2 (= 480 Pf.)
Chuonrad der Schreiner  lb. 1 (= 240 Pf.)
Mychel  lb. 1 (= 240 Pf.)
Pernhart  lb. 3 (= 720 Pf.)
Tveschin lb. 3 (= 720 Pf.)
Poerhoech lb. 9 (= 2160 Pf.)
Rvodolf ab Pvoren (Purnhof) lb. 1 (= 240 Pf.)
Herman der Haider s. 30 (= 360 Pf.)
Engelmar lb. 3 (= 720 Pf.)
Hainreich Drieme s. 10 (= 120 Pf.)
Engelmar s. 30 (= 360 Pf.)
Ruoprehtinne s. 10 (= 120 Pf.)
Engelmar lb. 3 (= 720 Pf.)
Chuonrad der Raebesle g. 11 (= 220 Pf.)
Rvodeger Raebezle lb. 2 minus g. 1 (= 460 Pf.)
Jaekel der Hafner lb. 25 (= 6000 Pf.)
Trvetschin lb. 2 (= 480 Pf.)
Chuonrad Rvothart lb. 1 (= 240 Pf.)
Rvothartinne lb. 2 (= 480 Pf.)
Alber hinder Chirchen lb. 4 (= 960 Pf.)
Rvodeger der Nauscher g. 5 (= 100 Pf.)
Ulreich lb. 2 (= 480 Pf.)
Hainreich Elspeter lb. 1 (= 240 Pf.)
Christan s. 10 (= 120 Pf.)
Hainreich Gaezler lb. 2 (= 480 Pf.)
Hainreich der Schreiner s. 30 (= 360 Pf.)
Alber der Wagner lb. 1 (= 240 Pf.)
Hainreich filius Eberhardi g. 5 (= 100 Pf.)
Engelmar der Poezner s. 10 (= 120 Pf.)
Hainreich Zant lb. 6 (= 1440 Pf.)
Chuonrad filius Eberhardi g. 5 (= 100 Pf.)
Alber der Pvechler lb. 5 (= 1200 Pf.)
Irmgart diu Muelnerin s. 30 (= 360 Pf.)
Hainreich in dem Mayerhof lb. 3 (= 720 Pf.)
Hainreich Engelmar sun s. 10 (= 120 Pf.)
Chvenegvnd diu Vliesaerin lb. 1 (= 240 Pf.)
Alh(aid) diu Haegnin lb. 1 (= 240 Pf.)
Hainreich Herpfaer s. 10 (= 120 Pf.)
Engelmar Chverwalh lb. 2 (= 480 Pf.)
Herman der Schvester
Rvodolf Nvzpavm s. 10 (= 120 Pf.)
Hainreich Hoerber lb. 3 (= 720 Pf.)
Hiltegvnt diu Willehalmin lb. 1 (= 240 Pf.)
Alber der Wolf lb. 1 (= 240 Pf.)
Rvetzel der Wolf s. 10 (= 120 Pf.)
Maetze diu Mavraerinne lb. 1 (= 240 Pf.)
Otle  s. 10 (= 120 Pf.)
Volchmar s. 10 (= 120 Pf.)
Engelmar der Zant s. 30 (= 360 Pf.)
Hainreich Driendner lb. 1 (= 240 Pf.)
Engelmar und sein gemainer s. 30 (= 360 Pf.)
Chuonrad Schilher lb. 2 (= 480 Pf.)
Rvedeger lb. 2 (= 480 Pf.)
Ulreich der Hafnaer lb. 25 (= 6000 Pf.)
Summa m. 14 minus g. 13 (= 33.340 Pf.)
Ez chlagent Artzeller gemainlich dez ersten auf hern Seyfriden, daz er chuchen stiur mer ein nimet, danne er ze reht tuon sol.
Und chlagent uber hern Seyfr(id), daz er sei mit vuotruenge so groezlich uber stellet, daz si sein verderben muezzen.

nach: O. Stolz u.a., Quellen zur Steuer-, Bevölkerungs- und Sippengeschichte des Landes Tirol im 13., 14. und 15. Jahrhundert, Schlern-Schriften 44 (1939) 58f.

Anmerkungen:

1. Wertverhältnisse der Münzeinheiten
Einheit Abkürzung Grundeinheit: 1 pfennig
1 solidus (= Schilling)  s. 12 Pfennige
1 grossus (= Groschen) g. 20 Pfennige
1 libra (= Pfund) lb. 240 Pfennige
1 marca (= Mark) m. 2400 Pfennige

2. Einige Wertvergleiche:
    1 Kuh                960-1440 Pfennige
    1 Schwein         480-720 Pfennige
    1 Schaf             180 Pfennige

3. Der erwähnte "her Seyrid" ist Seifried von Rottenburg, der von 1301 - 1330 Richter von Thaur und Pfleger im Inntal war.

4. Zum Vergleich: von benachbarten Gemeinden zahlen an Steuern:
    Mils                       13.680 Pf.
    Rum                      33.460 Pf.
    Thaur                    37.660 Pf.



1313-1327
Urbar des Klosters Schäftlarn

151    Hec est annotacio reddituum nostre ecclesie in montanis:
...
158    (A)rcelle due huobe, utraque illarum XVIII libras. Tercia ibidem IX libras, qui tenetur nos recipere ut predicti
...

nach: A. Weissthanner, Die Urkunden und Urbare des Klosters Schäftlarn, Quellen und Erörterungen zur Bayerischen Geschichte NF X.2 (1957) 331f.



1327
Urbar des Klosters Schäftlarn

(304) Anno Domini M° CCC XXVII° registrati sunt in hoc libello omnes debiti sive redditus ecclesie Scheftlerensis, quos habet vel habere dinoscitur intra montes, per me fratrem Chu°nradum dictum Sachsenhauser, tunc temporibus preposito, sicut repperi in antiquis libris, antiquoribus vero privilegiis.
...

(312)    Arcelle
Arcelle de una hu°ba decem equos, qui de Bosano vinum ferant, videlicet duas carradas sine omni dampno usque Mittenwald, tam in thelonio quam in aliis.
Item ibidem de altera hu°ba tantum.
Item ibidem de uno predio quinque equos, qui de Bosano integram carradam vini ferant usque Mitenwald sine omni dampno ut predicti.
Transmutavimus etiam et hiis hoc antiquum et verum servicium ita, ut prime due hu°be utraque illarum tenetur nobis dare XVIII libras Veron(ensium), tercia vero, que minor videtur, dare tenetur IX libras Veron(ensium) annuatim absque omni dampno. Et hiis omnes tenetur nos recipere hospicio, quocienscumque necesse fuerit, intrando et exeundo. Fecimus autem transmutationem predictam ipsis in hoc graciam faciendo et nullam in hoc iusticiam tribuendo. Item ibidem de quadam area, que dicitur Pederossa, I+ libras Veron(ensium).

nach: A. Weissthanner, Die Urkunden und Urbare des Klosters Schäftlarn, Quellen und Erörterungen zur Bayerischen Geschichte NF X.2 (1957) 346.



1361/70
Urbar des Klosters St. Georgenberg zu Fiecht
 
189 In plebe Taur
190 Item de Mola in Arczel 16 grozzos
191 Ibidem Churwalicha de duobus chamerlant 14 lb., similas 8, scapulas 2, oua 60.
192 Item Curia superior mayphenning 1 lb, similas 24, scapulas 2, oua 60, idem in messe 50b, pullos 6c, aucas 2d.
193 Item ibidem Curia inferior mayphenning 2 lb, similas 24, scapulas 4, oua 100e et 50, pullos 8, aucas 2, ambe curief 1 prandiumg.
a    später darübergeschrieben: aliter Churwarin (Churwarm?).
b    das vergessene "oua" eingefügt.
c    später darübergeschrieben: aliter 8.
d    als Einschub des 15. Jh. mit Verweis auf das folgende Gut: dat 12 modios, 6 siliginis et 6 ordei, porcum unum valentem tres lb, sagmam vini Bozanice mensure, in pasca oua 100.
e    als Einschub des 15. Jh. mit Verweis auf das vorige Gut: Ibidem curia 12 modios, siliginis 6 et ordei 6, porcum 1 valentem 3 lb, sagmam vini Bozanice mensure, in pasca oua 100, in messe oua 50 et panes 12, in autumpno pullos 8 et 2 anseres et in nativitate panes 12 pullos 4, steura ad gratiam abbatis, pro equis 2 lb, vetus registrum vide a, b, c vetus registrum.
f    im 15. Jh. darübergeschrieben: non ponit vetus registrum.
g   die ganze Zeile ab "ambe" nachgetragen.
 
372 Seruicium porcorum
376 Item Superior Curia in Arzell porcum pro lb. 3 et quartam ad gratiam.
377 Item Inferior similiter
390 Seruicium frugum
400 Item superior Curia in Arzell 8 modios, siliginis 4, ordei 4.
401 Item Inferior Curia ibidema siliginis modios 6, moiios ordei 6, Strichmas tritici 8.
a    im 15. Jh. darübergeschrieben: Prandolt.

nach: H. Bachmann, Das älteste Urbar der Benediktinerabtei St. Georgenberg zu Fiecht von 1361/70 und das Weinzinsregister von 1420 und 1422, Österreichische Urbare III. Abtlg., 5. Bd., 4. Tl. (19..) 153f.; 168f.

Zum Georgenberger Besitz in Arzl:
"Der Besitz des Klosters in Arzl stammt von den Rottenburgern. 1269 verkauft Friedrich von Rottenburg dem Kloster eine halbe Hube um 19 Mark und 4 lb Berner, mit Ausnahme der Vogtei Mezzen (vgl. oben). Am 2. Juli 1316 schreibt der König Heinrich von Böhmen an den Richter in Hall, daß er das Georgenbergische Gut zu Arzl nicht mit Steuern belegen solle, da der Bauer nicht sein Eigen sei. Drei Jahre später, am 18. November 1319, erklärt der Richter von Hall, Seifried von Rottenburg, daß Abt Rupprecht vor Gericht das Recht der Stuerfreiheit für den Hof zu Arzelle, den der verstorbene Fügel innehatte, ebenso wie für den Hof zu Sinchmos auf dem Walde durch ein landesfürstliches Privileg nachgewiesen habe. Am 24. August 1322 verzichtete Heinrich der Fügel - es war wohl der Sohn des obgenannten verstorbenen Fügel - auf Grund eines Schiedsspruches auf das Baurecht dieses Gutes zu Arzl, das er vom Kloster innehatte, gegen ein Entgelt von 30 lb Berner.
Weitere Erwerbungen als die 1269 gekaufte halbe Hube lassen sich anhand der Urkunden nicht feststellen. Ohne eingehendere Untersuchung kann natürlich nicht entschieden werden, ob die im Urbar genannten zwei Kammerland Churwalich, die curia superior und die curia inferior sowie die Mühle (Nr. 190 bis 193) auf diese halbe Hube des Rottenburgers zurückzuführen sind."
(Bachmann a.O. 57)



1363 Dezember 9.

"Jenen Zehent zu Arzl gab der Landesfürst 1363 Dez. 9 dem Heinrich Schnellmann, seinem Pfleger zu Thaur, zur Vergütung der Schäden, die er im damaligen Kriege mit Bayern erlitten hatte, zu Lehen (L.R. Arch. Urk. I, 88)."

Stolz (1959) 464.



1427
Tiroler Untertanenverzeichnis

Das Untertanenverzeichnis zählt nach Gerichten, innerhalb derselben nach Orten und schließlich nach Familien geordnet alle Untertanen der Tiroler Landesfürsten auf. Der verwendete Auszug von H. Bachmann zählt nur die Familiennamen auf:

"Artzel Oblay
Kelbel - Weber (2 Familien) - Hertenstahl - Rewter - Schewtz (2 Familien) - Schreyner (2 Familien) - Werner - Rüdiger (3 Familien) - Horn (2 Familien) - Wolfzagel - Gatrer - Schuster - Rennkler (2 Familien) - Schrof (2 Familien) - Moser - Dawher - Preidler - Leirer - Sekchel - Flieser - Sneider - Hainzlein - Arnolt - Weiss - Mair - Jesel - Awersdorffer - Pien - Wilhalm - Vortag - Prediger - Nikl - Kopp - Bei der Rienn - Zimerman - Purner - Sekchler (3 Familien) - Sagmeister - Kessler (2 Familien) - Hernaschmaister - Vetter - Sticker."
Summe: 53 Familien

nach: O. Stolz u.a., Quellen zur Steuer-, Bevölkerungs- und Sippengeschichte des Landes Tirol im 13., 14. und 15. Jahrhundert, Schlern-Schriften 44 (1939) 168.


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