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DIE GEFAHR FÜR DEN KALVARIENBERG

Von Norden, vom Dorf Arzl aus betrachtet wirkt der Kalvarienberg ausgesprochen idyllisch. Vom Süden her sieht es anders aus, denn von hier her ist er sehr gefährdet.
Der Grund dafür ist in der geologischen Beschaffenheit des Hügels zu suchen: Der Kalvarienberg hat keinen Felskern, sondern besteht aus Tonablagerungen, Überresten des ehemals im Inntal aufgestauten Sees. Diese Tonablagerungen sind zwar dort stabil, wo sie durch eine geschlossene Grasnarbe gegen Erosion geschützt sind, wo diese aber fehlt, rutschen und brechen sie in größerem Ausmaß ab.


Ein Teil des Südabbruchs (Anfang Mai 2002)

Während nun an der Nordseite der Bewuchs noch einigermaßen fest ist (teilweise sind allerdings auch dort schon kleine Rutschungen zu beobachten), ist er an der Südseite schon seit langem nicht mehr ausreichend. Der Grund dafür wird oft in dem Lehmabbau der Ziegelei Josef Mayr gesehen - allerdings zu Unrecht, denn die Stelle dieses Lehmabbaus befand sich nicht am Südhang des Kalvarienberges, sondern am Abhang des benachbarten Schusterbichls, dort wo sich heute das Vereinsheim, der Kinderspielplatz und der Lehrpfad befinden. Vom Kalvarienberg ist diese Abbaustelle deutlich getrennt (vgl. Hye 1975). Falls man für den Beginn der Abrutschungen am Kalvarienberg-Südhang menschliches Verschulden annehmen möchte, müßte es wohl noch früher gesucht werden, vielleicht bei den Bauarbeiten zur Erweiterung der Kapelle im 18. Jahrhundert.


Der Zustand Ende Oktober 2001

Wo immer die Schuld für das Übel liegen mag - es ist jedenfalls da und bedrohlich nahe an die Kapelle herangerückt, wobei vor allem der schneereiche Winter 1998/99, der den Baum- und Strauchbewuchs sehr geschädigt hat, noch beschleunigend gewirkt hat. Mittlerweilen ist die Hangkante auf knapp 2 Meter, die eigentliche Abbruchkante auf etwa 4 Meter an die Kapelle herangerückt. Rettungsmaßnahmen werden zwar immer wieder erwogen, im versumpften Bereich südlich des Kalvarienberges haben auch Probebohrungen stattgefunden, mit denen festgestellt werden sollte, wie der Hang gesichert werden könnte.

Im Oktober 2002 wurde ein Projekt beschlossen, bei dem mit einem geplanten Aufwand von 700.000 Euro der Südhang durch  die "Vernagelung" des Hanges und begrünte Terrassen gesichert werden soll.  Im November 2003 begannen dann tatsächlich die Arbeiten.

Bilder und Informationen dazu gibt es hier.


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Dietrich Feil
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6020 Innsbruck/Arzl


(C) Dietrich FEIL, Innsbruck/Arzl, 2002
 
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