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DER KREUZWEG AUF DEN KALVARIENBERG

Ein Kreuzweg hat wohl schon zur ursprünglichen Anlage auf den Kalvarienberg gehört und der Vergleich mit der ältesten erhaltenen Darstellung zeigt, daß sich seither nicht allzuviel verändert  haben dürfte.
 

Der Kreuzweg besteht aus sieben kleinen, offenen Kapellen mit Rundbogennischen und schindelgedecktem Satteldach.

Innen befinden sich Kreuzwegbilder, die so nicht zu ursprünglichen Ausstattung gehören, sondern 1846 von Franz Kirchstättner gemalt wurden. Bei der Restaurierung 1984 erwies sich allerdings, daß sich unter der heute sichtbaren Malerei Reste der älteren befinden. Ein Versuch, diese freizulegen, erschien allerdings nicht sinnvoll (ÖKT LII 652 Nr. 49f.).
Die Bilder zeigen:
        Jesus, der Blut schwitzt
        Jesus vor Kajaphas
        Jesus wird gegeißelt
        Jesus wird mit Dornen gekrönt
        Jesus wird zum Tode verurteilt
        Jesus begegnet seiner Mutter
        Jesus stirbt am Kreuz

Im Vergleich zu neueren Kreuzwegen, die gewöhnlich vierzehn Stationen haben, mag bei dem auf den Arzler Kalvarienberg die Beschränkung auf sieben auffallen. Hierzu ist zu bemerken, daß die Kreuzwege im Laufe der Zeit immer stationenreicher werden: in der einfachsten Form sind es zwei (Haus des Pilatus und Golgotha), später häufig sieben und erst ab dem 17./18. Jahrhundert immer öfter vierzehn. Diese heute gängige Vierzehn-Zahl ist vor allem dem Wirken der beiden Franziskaner Antonius von Daza (16. Jh.) und Leonardo di Porto Maurizio (1676-1751) zuzuschreiben.
Die ältere Siebenzahl scheint abgesehen von der besonderen Bedeutung, die der Zahl Sieben häufig begemessen wird, vor allem als Parallele zu den sieben Stationskirchen in Rom beliebt gewesen zu sein. Bei sieben Stationen wird in der Regel dargestellt:
        Kreuztragung Christi
        erster Fall Christi
        Begegnung mit Maria
        zweiter Fall Christi
        Begegnung mit der Hl. Veronika
        dritter Fall Christi
        Grablegung und Beweinung
Bei Kreuzwegen mit vierzehn Stationen beginnen die Darstellungen mit früheren Ereignissen der Passionsgeschichte. Bei den Stationen des Arzler Kalvarienberges fällt auf, daß sie trotz der Beschränkung auf sieben schon früh in der Leidensgeschichte einsetzen (Christus am Ölberg) und die Kreuzwegsszenen im engeren Sinne auf eine (Begegnung mit Maria) beschränken. Ob das das ursprüngliche Bildprogramm ist oder ob bei der Erneuerung der Bilder 1846 etwas verändert worden ist, ist nicht mehr festzustellen.


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Dietrich Feil
General-Feurstein-Straße 13
6020 Innsbruck/Arzl


(C) Dietrich FEIL, Innsbruck/Arzl, 2002
 
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