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DIE SANIERUNGSARBEITEN AM KALVARIENBERG


Arzler Kalvarienberg wird saniert
Seit den 70er Jahren erodiert der Hang des Arzler Kalvarienberges. In den 70er und 80er Jahren versuchte man den Hang mittels Bepflanzung zu sichern.
Spätestens seit der letzten, durch starke Niederschläge und tiefe Temperaturen verursachten Hangabrutschung im Jahr 1999 bestand erneut Handlungsbedarf. Bis Mai 2004 soll nun eine Vernagelung des Hanges vorgenommen werden.
„Die Hangabrutschungen beim Arzler Kalvarienberg stellen seit vielen Jahren ein latentes Problem dar. Viele Arzler hatten die Sorge, dass die Flanke abbricht und die Kapelle abrutschen könnte“, so Innsbrucks Grünreferent Vizebgm. Sprenger.
Das Ingenieurbüro Passer & Partner schlug ursprünglich zwei Varianten zur Sicherung (Gegenhanganschüttung oder Vernagelung) des geologisch sensiblen Lehmhangs vor. Nach der Einschaltung einer Expertengruppe entschied man sich für die kostengünstigere Variante der Vernagelung. Sie stellt den kleinsten Eingriff in das bestehende Biotop dar und gilt als technische Sanierungsmaßnahme, die nachhaltig hält. Bei dieser Form der Hangsicherung besteht sogar die Möglichkeit, dass ein neues Biotop mit entsprechender Fauna entsteht. Darüber hinaus hätte man bei der Gegenhanganschüttung einen über drei Jahre andauernden Baustellenverkehr durch Arzl bzw. über den Schusterbergweg in Kauf nehmen müssen. Im Rahmen der Vernagelung werden Anker aus Spritzbeton in acht mehr oder weniger parallelen Reihen angebracht, um den Hang zu sichern.
Es entstehen kleine Terrassen, die mit Humus und Erdreich aufgeschüttet werden und eine Bepflanzung möglich machen. Das Bepflanzungskonzept sieht vorwiegend einheimische Blüten- und Beerensträucher (Haselnuss, Eschen, Ulme, Vogelbeeren, Holunder, Kirscharten usw.) vor. Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf 550.000 €. Dazu kommen rund 90.000 € für die Projektierung (Bodenuntersuchungen usw.). Im Mai 2004 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Da die Kapelle am Kalvarienberg als besonders prägendes Landschaftselement gilt, ist im Zuge des Projektes auch geplant, den Kalvarienberg freizustellen. (KPR)

aus: Innsbruck informiert, Nr.12, Dez. 2003

Graphische Darstellung der geplanten Arbeiten zur Sanierung der Hangrutschungen


Kalvarienberg von Südwesten im November 2002 (links) und im November 2003 (rechts) nach Beginn der Sanierungsarbeiten


Abtragung der gelockerten Oberflächen-Schichten
(19. 11. 2003)


Anbringung der Stützen für die Hangterrassen
(29. 11. 2003)


Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden im Spätwinter und Frühjahr 2004 die meisten gipfelnahen Bäume gefällt.


Damit präsentiert sich der Kalvarienberg zu Beginn des 21. Jahrhunderts fast wieder so baumlos wie zu Beginn des 20.!
(vgl. die alten Ansichten des Kalvarienberges und des Dorfes!)


Zustand der Südhangverbauung Ende März 2004


Vertäuungen für die im Hang hängenden Baumaschinen


"Talfahrt" einer Baumaschine (17. 2. 2004)
Die dabei verursachten Verletzungen der Grasnarbe waren übrigens einer der
Hauptauslöser für die archäologischen Grabungen des Jahres 2004

Nach Fertigstellung der Arbeiten war zunächst wohl bei den meisten, die den Kalvarienberg vom Tal aus gesehen haben, das Befremden groß.
Mittlerweilen aber wachsen die Terrassen zu und es ist anzunehmen, dass in ein, zwei Jahren von den Störungen, die die Bauarbeiten mit sich gebracht haben, nicht mehr viel zu sehen sein wird.


Ansicht des Kalvarienberges von Südost im Juli 2006



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Dietrich Feil
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