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DAS ÄLTESTE BILD

Das Fresko auf dem Haus Canisiusweg Nr. 7 aus der Zeit vor dem Kirchenumbau von 1735/37 zeigt die älteste Ansicht der Arzler Pfarrkirche, hier noch in ihrem gotischen Zustand.

Das Bild zeigt die Kirche in ihrem gotischen Zustand (deutlich kürzer als heute, ohne vorgesetzte Stützpfeiler an der Außenseite und ohne barockem Portal) recht getreu, nur ein Detail bereitet Schwierigkeiten: der Turm befindet sich nicht an der Nordwestecke, wo er immer gestanden hat, sondern an der Südwestecke, wo es nie einen Turm gegeben haben dürfte. Offenbar wollte der unbekannte Maler den Turm als eines der Hauptmerkmale der Kirche möglichst deutlich zeigen, besser als es bei der wirklichkeitsgetreueren Darstellung, wie sie unten rekonstruiert ist, möglich gewesen wäre.
So müßte die Kirche ausgesehen haben, wenn der Turm an der "richtigen" Stelle gemalt worden wäre.

Wenn aber einmal klar geworden ist, wie die Kirche auf dem Fresko eigentlich ausgesehen haben müßte, werden auch andere Dinge klarer: vor allem sieht man eine Kirche vor sich, die mit der heute stehenden wirklich nur schwer zu verwechseln ist. Und trotzdem ist gerade das immer wieder passiert: von dem - absichtlich - fehlplazierten Turm fehlgeleitet, glaubten alle, die sich überhaupt näher mit der Arzler Pfarrkirche beschäftigten, das Fresko zeige die 1735/37 entstandene barocke Kirche. Daß kein einziges Detail dazu paßt, wurde übersehen.
Nur damit man nicht glaube, die oben gezeigte Photo-Überarbeitung, deren hypothetischen Charakter ich nicht bestreiten will, sei die einzige Grundlage der Kritik, einige Bemerkungen zur Fassade, die hier nicht überarbeitet worden ist:
-    der heute markante Portal-Vorbau fehlt;
-    anstatt des einen oberen Mittelfensters sind es hier zwei;
-    nördlich (und wohl auch südlich) des Portals befindet sich noch ein Fenster.

Das heißt:
1. die dargestellte Kirche ist nicht die barocke Kirche von Arzl, wie sie heute noch steht, sondern eine ältere, nämlich die um 1480 entstandene gotische;
2. wenn man schon ein Bild der gotischen Kirche hat, zudem auf eine Vielzahl alter Urkunden zurückgreifen kann und schließlich am Bau selbst noch zahlreiche alte Details zu beobachten sind,
warum sollte man dann nicht versuchen, die alte gotische Kirche im Einzelnen zu rekonstruieren?

Dafür gibt es hier schon Vorarbeiten:
-    Die Ausgrabungen von 1996 und ihre Bedeutung
-    Reste des gotischen Kircheninnenraumes
-    Eine alte, vermauerte und vergessene Türe im Turm.

Und dafür wird es bald ein Endergebnis geben!


Haben Sie Anregungen, Hinweise, Korrekturvorschläge? Haben Sie Material (Photos, Dokumente, Überlieferungen...), das Sie zur Verfügung stellen wollen?
Bitte melden Sie sich!

Dietrich Feil
General-Feurstein-Straße 13
6020 Innsbruck/Arzl


(C) Dietrich FEIL, Innsbruck/Arzl, 2002
 
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