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DER ALTE FRIEDHOF

Schon bei der ersten Arzler Kirche, die noch aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. stammt, scheint man auch Tote bestattet zu haben, jedenfalls hat man bei den Ausgrabungen von 1996 unter den Resten der romanischen Kirche Skelettreste gefunden. Ob im Zuge von Änderungen in der Kirchenorganisation diese Begräbnistradition je abgerissen ist, kann nicht sicher festgestellt werden. Einerseits war es häufig so, daß Pfarrkirchen das Tauf- und Bestattungsrecht für die ganze Pfarre für sich beanspruchten, daß man also in den Zeiten, da Arzl zur Pfarre Thaur gehörte, die Arzler Toten dort hätte bestatten müssen, andererseits hat es ab dem späten 15. Jahrhundert nachweislich einen Friedhof und ein Beinhaus bei der Arzler Kirche gegeben, obwohl Arzl auch damals noch zur Pfarre Thaur gehörte.
(Näheres zur Frage nach den Anfängen des Arzler Friedhofs und dem Beinhaus bei der Arzler Kirche gibt es hier: Ueber den "sarch do dann ligen die gepain der toten").
Sicher kann man feststellen, daß ab dem 15. Jahrhundert ein Friedhof bei der Arzler Kirche bestanden hat, der bis 1912 bestand, als der noch heute verwendete Friedhof errichtet wurde.
Einige der Grabsteine des alten Friedhofs sind heute in der ehemaligen Friedhofsmauer eingelassen, die Priestergrab- und -gedenksteine in der Kirchenfassade. Alle diese Grabsteine reichen - soweit sie sich beim schlechten Erhaltungszustand mancher Inschriften überhaupt datieren lassen - nicht über das 19. Jahrhundert zurück.
Von den Grabkreuzen, die es zumindest im 18. Jahrhundert gegeben haben muß, ist nichts erhalten geblieben. Nur das Fresko am "Canisiushaus" (Canisiusweg Nr. 7) zeigt noch den alten Friedhof mit seinen Grabkreuzen:

Der Friedhof um die Kirche war bis 1913 in Verwendung. Damals kaufte die Gemeinde Arzl ein an der Grenze des damaligen Siedlungsgebietes gelegenes Grundstück und ließ hier den neuen Friedhof anlegen.



Die Priestergrabsteine an der Kirchenfassade

Die Grabsteine an der alten Friedhofsmauer


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Dietrich Feil
General-Feurstein-Straße 13
6020 Innsbruck/Arzl


(C) Dietrich FEIL, Innsbruck/Arzl, 2002
 
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