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Die Halbtrockenrasen in Arzl

Halbtrockenrasen oder Magerrasen sind anthropogen entstanden. Der Wald wurde gerodet und durch extensive Bewirtschaftung (Beweidung oder einmalige Mahd und Nachweide im Herbst) wurden die Flächen waldfrei gehalten. Anspruchslose, trockentolerante Arten siedelten sich hier an.

Halbtrockenrasen sind  die letzten Wuchsorte der vom Aussterben bedrohten Innsbrucker Küchenschelle (Pulsatilla oenipontana). Werden diese Flächen intensiver bewirtschaftet (Düngung mit Mist und/oder Mineraldünger, mehrmalige Mahd), verschwinden die Trockenrasenarten und damit auch die Innsbrucker Küchenschelle. Triviale Fettwiesenarten breiten sich aus.
 

Rumer Bichl: April 1990 - Wuchsorte der Innsbrucker Küchenschelle auf den ungedüngten Hügeln
Foto: Erschbamer
Rumer Bichl: April 1997 - die Innsbrucker Küchenschelle ist auf den gedüngten Hügeln nahezu verschwunden 
Foto: Erschbamer

Eine starke Bedrohung der Halbtrockenrasen stellt die Auflassung der Bewirtschaftung dar. Die steilen Hänge sind für eine Nutzung häufig uninteressant geworden. Zunehmende Vergrasung und Verfilzung mit der Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum) und Verbuschung mit Birken, Sanddorn, Haselnuß und Föhren (Betula, Hippophae rhamnoides, Corylus avellana, Pinus sylvestris) verhindern eine Erneuerung der Trockenrasenarten. Die Artenvielfalt schwindet zusehends.

Die Halbtrockenrasen im Bereich von Arzl/Innsbruck können als Futter-Esparsetten-Trespenrasen (Onobrychido-Brometum) bezeichnet werden.


Artenliste des Onobrychido-Brometum
(die Nomenklatur richtet sich nach Adler et al. 1994, Aufnahmen: Ganahl & Erschbamer 1998, Huber-Sannwald & Prock 1990):

Allium carinatum (Kiel-Lauch)
Anthericum ramosum (Ästige Graslilie)
Artemisia campestris (Feld-Beifuß)
Asperula cynanchica (Hügel-Meister)
Aster amellus (Berg-Aster)
Avenula pratensis (Trift-Hafer)
Brachypodium pinnatum (Fieder-Zwenke)
Bromus erectus (Aufrechte Trespe)
Carex caryophyllea (Frühlings-Segge)
Carex humilis (Erd-Segge)
Dianthus carthusianorum (Karthäuser Nelke)
Erica carnea (Schnee-Heide)
Euphorbia cyparissias (Zypressen-Wolfsmilch)
Festuca rupicola (Schaf-Schwingel)
Galium verum (Echtes Labkraut)
Helianthemum ovatum (Trübgrünes Sonnenröschen)
Hieracium pilosella (Kleines Habichtskraut)
Hippocrepis comosa (Hufeisen-Klee)
Knautia arvensis (Acker-Witwenblume)
Onobrychis viciifolia (Futter-Esparsette)
Peucedanum cervaria (Hirschwurz)
Peucedanum oreoselinum (Berg-Haarstrang)
Polygala vulgaris (Gemeine Kreuzblume)
Potentilla pusilla (Flaum-Fingerkraut)
Primula veris (Frühlings-Schlüsselblume)
Pusatilla oenipontana (Innsbrucker Küchenschelle)
Salvia pratensis (Wiesen-Salbei)
Scabiosa columbaria (Tauben-Skabiose)
Seseli libanotis (Heilwurz)
Silene nutans (Nickendes Leimkraut)
Stachys recta (Aufrechter Ziest)
Teucrium chamaedrys (Echter Gamander)
Teucrium montanum (Berg-Gamander)
Thymus praecox (Frühblühender Thymian)
Trifolium rubens (Purpur-Klee)
Vincetoxicum hirundinaria (Schwalbenwurz)
Viola hirta (Rauhes Veilchen)

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© Brigitta Erschbamer, 2003

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