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Arzler Kalvarienberg



Der Arzler Kalvarienberg von Südosten
Foto: D. Feil, November 2002

Den Arzler Kalvarienberg kennzeichnet eine Vielfalt an Pflanzengesellschaften. Der Gradient von den trockensten Hanglagen zu den feuchtesten Flächen am südlichen Hangfuß umfasst folgende Vegetationstypen: Halbtrockenrasen, Gebüsche, verschiedene Laubwaldtypen und Feuchtbiotope.

Halbtrockenrasen
Auf den steilen süd- und westexponierten Hängen siedelt ein artenreicher Halbtrockenrasen mit Aufrechter Trespe (Bromus erectus), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria). Dazu mischen sich auf den regelmäßig gemähten Flächen Fettwiesenwiesenarten, wie z.B. Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis), Wiesen-Knäulgras (Dactylis glomerata), Wiesen-Klee (Trifolium pratense), Weiß-Klee (Trifolium repens).

Gebüsche und Laubwaldreste
Ein Grauerlenhangwald (Alnus incana) mit Silberweiden (Salix alba) kann als Beispiel für die ehemals weit verbreiteten Auwälder entlang des Inns gewertet werden. Als weitere Baumarten sind zu nennen: Esche (Fraxinus excelsior), Spitzahorn (Acer platanoides), Ulme (Ulmus glabra), Zitterpappel (Populus tremula), Schwarzpappel (Populus nigra).
Die Strauchschicht wird bestimmt von Traubenkirsche (Prunus padus), Schwarzem Hollunder (Sambucus nigra), Pfaffenhütchen (Evonymus europaea), Gemeinem Schneeball (Viburnum opulus), Feld-Ahorn (Acer campestre), Liguster (Ligustrum vulgare), Rotem Hartriegel (Cornus sanguinea), Schwarzweide (Salix myrsinifolia) und Purpurweide (Salix purpurea).
Die beiden Lianen, Hopfen (Humulus lupulus) und Waldrebe (Clematis vitalba), sind ebenfalls wesentliche Bestandteile.
Außerdem kann eine relativ artenreiche Krautschicht  beobachtet werden (Artenlisten in Huber-Sannwald & Prock 1990).

Feuchtbiotope
Braunseggenmoore (Caricetum goodenowii),  Großseggenrieder (Caricetum paniculatae), Schilfbestände (Phragmitetum australis) und Streuwiesenreste (Molinietum caeruleae) kommen mosaikhaft am südlichen Hangfuß des Arzler Kalvarienberges vor. Diese Feuchtbiotope sind an extensive Nutzung gebunden (Mahd im Herbst, keine Düngung).
Auf Flächen, die nicht mehr bewirtschaftet wurden, breitete sich das Schilf sehr rasch aus. Durch Entwässerung und Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung wurden die Feuchtflächen auf kleine Restbestände zurückgedrängt. Eine Reihe von seltenen Feuchtwiesenarten sind bereits in den letzten Jahrzehnten verschwunden.

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© Brigitta Erschbamer, 2003


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Dietrich Feil
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