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FLURNAMEN IN ARZL
... UND WOHER SIE KOMMEN

Die untenstehende Flurnamenkarte von H. Bachmann (1963/64) ist die vollständigste Erfassung von Flurnamen im Arzler Gebiet, unterscheidet allerdings nicht zwischen Namen, die nur in älterer urkundlicher Überlieferung aufscheinen, und solchen, die noch in Gebrauch sind.
Eine Karte der noch geläufigen Namen ist in Vorbereitung.

Flurkarte nach: Bachmann (1963/64).


DIE FLURNAMEN*

Alte Au (in der alten Au)
Im weiteren Sinne das Gelände zwischen Inn bzw. Haller Straße im Süden und Bahnlinie bzw. dem kleinen Wasserlauf neben dem Moserfeldweg, im engeren nur der Teil östlich des Schusterbergweges. In diesem Bereich ist auch die einheitliche Vermessung auffallend.
Die Au war bis in das späte Mittelalter versumpft und wurde erst danach allmählich trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt. Zu den Problemen, die sich aus dem zunehmenden Verkehr ergaben und zur Anlage der Haller Straße führten, vgl. die Geschichte von Arzl im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit.

Bartacker
Das mittlerweilen weitestgehend verbaute Gelände zwischen Alois-Schrott-Straße und Zimmeterweg.

Bergbichl
Der Kalvarienberg mit seinen Abhängen - der Namen ist demnach klar.

Bergen (zwischen Bergen)
Die etwas versumpfte Geländemulde südlich zwischen Kalvarienberg und Schusterbichl (Heimgartbichl) - auch hier erklärt die Geländesituation den Namen bestens.


"zwischen Bergen" nach Südosten, links der Abhang des Kalvarienberges
(September 2001)

Burggräben
Der Bereich zwischen Spitzbichl und Scheibenbichl bzw. östlich davon.
Der Namen ist seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr geläufig, ist aber für die Frage nach der "Burg", die für Arzl namensgebend gewesen sein könnte, wichtig. Näheres findet sich im Abschnitt über die Urgeschichte des Arzler Raumes.

Egerdach (im Egerdach)
Der Bereich östlich des Exerzierweges und nördlich der Bahnlinie, im äußersten Südwesten des Arzler Gebietes.

Englizein
Das Tal östlich des Wiedentales bzw. der Rumer Bichl gegen Rum hin; im Norden vom Wald, im Süden vom Canisiusweg begrenzt.

"Englizein (im Kataster von 1847 "Engliszein"), an der Ostgrenze von Arzl, nach Rum hinüberreichend, mundartlich die Inglizein gesprochen, im 16. Jahrhundert ständig als Inglassein geschrieben. -Diese Varianten dieses Namens führen auf den gleichen Ursprung wie der Name eines Weilers in Buchenstein, Südtirol, nämlich Sotinglaca, ital. Sottinghiazza. Er wird bei Richter - Santifaller, Ortsnamen von Ladinien, Schlernschriften 36, urkundlich als Sotzinglatza nachgewiesen und kommt nach Carlo Tagliavini, II dialetto di Livinallongo, 1935, S. VI, von lateinisch "subtus cingulacea(m)", d. i. "unterhalb der hochgelegenen Viehhürde". Bei dem Arzler Namen ist noch die Endung -ina darangefügt worden. Nachträglich wurde die Präposition subtus, ladinisch soz, weggelassen und der Anlaut z- von "cingulacina" irrigerweise mit abgetrennt - so entstand das Inglassein von 1580 und das Inglizein von heute, das etwa ,,(Gegend) bei der Viehhürde" bedeuten dürfte."
(Finsterwalder (1963/64) 52)
Frams
vgl. Rams

Flerns
Südlich der Arzler Straße, etwas westlich von der Abzweigung des Schusterbergweges.
Im Urbar der Herrschaft Thaur von 1555 auch "Flornz", "zu Florenz", "im Florencenfeld" oder "im Flornveld" geschrieben.

"... für Flerns ist zwar Flornz usw. geschrieben, das muß aber als Flörns gelesen werden und geht meines Erachtens auf einen Besitzer mit dem in Rätien häufigen christlichen Namen Florinus zurück; dieser Name erscheint öfters in einer spät eingedeutschten Form Flüren, Flören und kann bei "Flerns" eben einen Besitzer und Namengeber der Flur, die richtig Flörns zu schreiben wäre, hervorgehoben haben. Diese Deutung allein erklärt uns, daß dieser Flurname die Akzentverlegung auf die erste Silbe zeigt, die hier in Arzl bei romanischen Flurnamen nicht vorkommt. Die in romanischer Zeit entstandenen Namen tragen nämlich den Akzent auf der Endsilbe. Überall in unserem Gebiet haben die romanischen Ortsnamen, weil sie schon vor ca. 1000 n. Chr. eingedeutscht wurden, durch die deutsche Sprache die Akzentverlegung erfahren, die Flurnamen haben, weil sie erst nach 1000 eingedeutscht worden sind, die romanische Akzentlage auf der Endsilbe des Wortstammes bewahrt."
(Finsterwalder (1963/64) 50)


grasiger Weg (am grasigen Weg)
Die Felder zwischen dem Grasingerweg und der Gemeindegrenze zu Rum.
(Die Namenform "grasiger" dürfte eine mißverständliche Verkürzung von "Grasinger" sein, vgl. die Abschnitte zum Grasingerweg und zur Geschichte von Arzl im Frühmittelalter.)

Grundbichl
Die kleine, durch Verbauung kaum noch erkennbare Kuppe südlich der Arzler Straße, östlich des Nikodemweges.

Heimgartbichl
Der flache westliche Ausläufer der Kalvarienberges, von diesem durch die Senke in Fortsetzung der Franz-Wach-Gasse abgesetzt. Der Namen scheint ganz außer Gebrauch gekommen zu sein: geläufiger ist "Schusterberg" oder "Schusterbichl"

Helfental
Das in Fortsetzung des Helfentalweges sich zum Spitz- bzw. Scheibenbühel hinaufziehende Tal.


Das Helfental gegen Norden; links die Ausläufer der Spitz- und Scheibenbichls
(September 2001)

Höch (auf der Höch)
Das Gelände südlich der Arzler Straße, etwa im Bereich zwischen Kreuzgasse und Schusterbergweg.
In diesem Bereich scheint sich die vielleicht noch in römische Zeit zurückreichende Feldvermessung in den alten Grundstücksgrenzen besonders gut abzuzeichnen (vgl. die Karte und den Abschnitt zur Geschichte von Arzl in römischer Zeit)

Kirchbichl
Der hügelartige Ausläufer östlich des Helfentals über dem Helfentalweg.

"Der Name "Kirchbichl" für diesen Hügel erklärt sich dadurch, daß sich derselbe "seit unfürdencklichen Zeiten" im Besitz der Arzler St. Johannes-(Pfarr-) Kirche befunden hat (Tiroler Landesarchiv, Kataster 20/22, fol.6: Alte Kat.Nr.739 = Neue Kat.Nr.1134 = Gp. 1679 und 1680)."
(Hye 1975).


Mannsanger
Das Gelände zu beiden Seiten des Exerzierweges nördlich der alten Au bzw. der Egerdach-Felder, nach Westen durch eine baumbestandene Geländeschwelle gegen "zwischen Bergen" abgesetzt.

"Bei der Sichtung des Flurnamenstoffes von Arzl bei Innsbruck müssen zwei Flurnamen, die auf den ersten Blick romanisch aussehen, weil sie auf ein -s endigen, vielleicht doch aus dem romanischen Namenstoff ausgeschieden werden, nämlich der Flurname "im Mannsanger", auch bloß "zu Manns" genannt (im Jahre 1580), und der Name Flerns... Solche Namen auf -s kommen auch im Deutschen vor. In Lans gibt es eine Flur, die heute Lampls heißt, 1494 in Urkunden des Gemeindearchivs Lans als "Lämpleins weg", aber schon 1677 nur mehr "in Lamples" genannt ist. Das sind die sogenannten elliptischen Namen, in denen ein Personenname (der des Besitzers), im zweiten Fall gebraucht, genannt ist. Es kann daher im Namen Manns der Begriff "Mann" in irgendeinem lehensrechtlichen Sinn verstanden werden..."
(Finsterwalder (1963/64) 50)


Mutz (auf der Mutz)
Etwa der Bereich zwischen Kreuzgasse, Barthweg, Pfeisweg und Fuchsrain.

"Unsicher, ob deutsch oder romanisch, ist auch die Herkunft des Namens "auf der Mutz"; es gibt nach dem Wörterbuch der Tiroler Mundarten von Josef Schatz, Seite 441, den Wortstamm Mutz auch in der Tiroler Mundart, der Bedeutung nach allerdings weniger für eine Geländebezeichnung geeignet; andererseits ist "die Mutz" als Geländename, anscheinend für abgestumpfte, flache Erhebungen im Gebiet von Nauders und einmal, als Benennung einer Kuppe, auch bei Vent in Otztal festzustellen, wo es doch wohl mit dem romanischen Wortstamm mut- für "Kuppe" (mutea) zusammenzustellen ist. Vielleicht hat dieses aus der vordeutschen Schicht kommende Wort auch hier eine Bodenform, nämlich den Vorsprung der Terrasse gegen das ehemalige Auenland, den die Flur Mutz bildet, bezeichnet."
(Finsterwalder (1963/64) 52)
Neue Au (in der neuen Au)
Das heute vom Olympischen Dorf eingenommene Gelände zwischen der Haller Straße und dem Inn, das den Arzler Bauern 1774 zur Bearbeitung überlassen worden war.

Nußbaumer
Die - nicht terrassierten - Felder östlich des Eggenwaldweges, deutlich durch eine Geländeschwelle von den terassierten Feldern über dem mittleren Bereich der General-Feurstein-Straße abgesetzt.


Arzl von Norden: im Vordergrund in der Mitte die nichtterrassierten Nußbaumer-Felder
(September 2001)

Pestfriedhof
Die Mulde hinter Pleyalte mit dem entsprechenden ehemaligen Friedhof, an den heute noch die Pestkapelle erinnert.

Pfull
Der Bereich westlich des Seidenweges zwischen Alois-Schrott-Straße und Framsweg.

"Der Name Pfuhl (so im Kataster) hat nichts mit hochdeutsch Pfuhl zu tun; "Pfull" in Rum ist 1580 viele Male als Phull (sprich "Pfull") überliefert (in der Phull). Er war in roman. Zeit immer zweisilbig und verlor in der deutschen Zeit durch die besprochene Silbenschwächung seinen ersten Vokal. Der Ton liegt auf dem romanischen Verkleinerungssuffix -ull. Der Stamm des Namens, durch Tonlosigkeit stark reduziert, geht vielleicht auf ein 'vi-ullu, d. i. "kleiner Weg", oder fove-ulla "kleine Grube" zurück."
(Finsterwalder (1963/64) 52)
Anders deutet Heitmeier (2002) 61 den Namen, der vor allem im Bereich zwischen Thaur und Rum häufiger zu finden ist:
"Dass der Name kaum als Bezeichnung grubenförmiger Geländeformen zu verstehen ist, wie eine Ableitung von foveullae nahe legen könnte, zeigt bereits seine großräumige Verbreitung vom Bergfuß bis fast an den Aurain... Überzeugender erscheint jedoch eine Erklärung mit roman. folla/fuolla "Walke", da der Name dann direkt auf das Gewerbe Bezug nähme. Hierbei ist allerdings nicht an eine Walkmühle zu denken, sondern an die alte Form des Walkens, bei der man die Wollstoffe unter Zusatz verschiedener Hilfsmittel in Trögen und Bottichen einweichte und mit den Füßen trat...".
Damit könnte sich diese Flurbezeichnung in das von Heitmeier entworfene Gesamtbild eines römerzeitlichen Gewerbegebietes zwischen Mühlau und Thaur einfügen.

Planitz
Die Terrasse im Bereich oberhalb des Finkenbergweges bei Schönblick. Der Name kommt ersichtlich von lateinisch "planities = Ebene" und beschreibt das Gelände durchaus zutreffend.

Pleyalte
Die auffallende Geländeerhebung zwischen Wolfsgrube, Kalkofenweg und Helfentalweg (bzw. nördlich desselben fortsetzend), ziemlich der einzige Bereich des Arzler Ortsgebietes, wo der anstehende Felsen zu Tage tritt.

"Am eindrucksvollsten stimmt unter den Flurnamen von Arzl der Realbefund mit der Wortbedeutung zusammen bei Pleyalt = plagia alta "hohe Böschung". Der Name lautet 1580 oft auch Pleyaltrain (Rain = "Böschung"). Von Landeck bis Nauders lebt das Wort playa, playe noch in der Mundart. Nach den Verfachbüchern des 17. Jahrhunderts bedeutete es den "Anewand", den Rain eines Ackers, was bei Terrassenäckern natürlich eine mehr oder minder steile Böschung war (Einsendung aus Nauders für das Wörterbuch von Schatz gab allerdings "steiler Acker" als Bedeutung an). Zur Lage der Pleyalte vergleiche die Flurkarte, sie zeigt dort eine fortlaufende Böschung."
(Finsterwalder (1963/64) 51)


Puigge
Der östliche Bereich des Geländes etwa zwischen Finkenbergweg und Schönblickweg.

Rams
Frams; auch "Ramesveldt". Die Felder unterhalb des Finkenbergweges, westlich vom Helfental begrenzt.

Ried (im Ried)
Das etwas feuchte Gelände westlich des Helfentals gegen das Mühlauer Gebiet hin.

Roitz
Das Gelände nördlich des Canisiusweges an der Grenze zu Rum.

Runggen (in der Runggen)
Die terrassierten Felder östlich des Lehmweges.

"Der Flurname Runggen geht eindeutig auf romanisch runcus "Rodung" zurück."
(Finsterwalder (1963/64) 52)
Runzacker
Ein kleiner Bereich zwischen Englizein und Roitz.

Saxnach
Die Felder westlich des Purnhofweges, gegen "(F)Rams" durch das "Talele" und eine deutliche Geländeschwelle abgesetzt. Wohl mit Spuren der römischen Feldvermessung.

"Das Wort "Sax" in dem Namen Saxnach, urkundlich Saxnoch, enthält als Grundwort das deutsche Nock = rundlicher Hügel. Es läßt sich schwer entscheiden, ob "Sax" von den häufigen deutschen Personennamen Saxo (ein solcher in Brixen im Jahre 1311, Archivberichte II, Seite 539) oder vom romanischen Wort saxu "Stein" kommt. Für den Flurnamen Saxenrain in Nassereith nimmt Dr. Norbert Mantl die Herkunft aus saxum an, da dort ein Personenname (Beiname) Saxo nicht nachzuweisen ist. Namen, wie Francho, Saxo, Swabo, auch ein Friese, Frieso, der im Urbar von 1350 fürs Zillertal belegt ist, bezeichnen keine wirklichen Franken, Sachsen, Schwaben und Friesen, sondern entspringen bloß einer Namenmode, die in der Völkerwanderungszeit entstand und dem Täufling den Namen eines angesehenen Stammes als Angebinde und Leitstern auf den Lebensweg mitgeben wollte (vgl. A. Bach, Deutsche Namenkunde, Personennamen, § 209)."
(Finsterwalder (1963/64) 51f.)
Eine letztendlich wohl auf Volksetymologie zurückgehende Tradition berichtet von einer Schlacht gegen Sachsen, die hier einst geschlagen worden sein soll.


Scheibenbichl von Ost

Scheibenbichl
Der flachere dem Spitzbichl vorgelagerte Bereich, eigentlich schon zum Mühlauer Gebiet gehörend, aber wichtig für die Frage, wo sich die für Arzl vielleicht namengebende "Burg" befunden haben könnte (vgl. den Abschnitt zur Geschichte von Arzl in römischer Zeit).
Der Name stammt von dem früher auch im mittleren Inntal verbreiteten, heute noch im Oberland und in Vorarlberg verbreiteten Brauch des Scheibenschlagens.
A. DÖRRER, Tiroler Fasnacht innerhalb der alpenländischen Winter- und  Vorfrühlingsbräuche, Österreichische Volkskultur. Forschungen zur Volkskunde 5 (1949):
(S. 208) Wie 1560 der Innsbrucker Stadtrat, verbot am 4. April 1641 die Tiroler  Landesregierung das Scheibenschlagen in Hötting, Kothlacken (= St. Nikolaus...), Mühlau (Scheibenbichl) usw., also in der Vorstadt und  ländlichen Nachbarschaft der Landeshauptstadt infolge Brandgefahr "für immer"... (Anm. 14: Innsbrucker Staatsarchiv, Buch Tirol, Liber 21, fol. 459). Am 3. Juli 1731 wiederholte die Regierung noch einmal ihr  Verbot des Scheibenschlagens in Innsbruck (Anm. 16: Ebd. Causa Domini 1731, VII, 3, fo. 401).
(S. 210) In vielen Orten erinnern nur mehr Flurnamen an den Brauch, so in ...  Hötting, Mühlau ... die Bezeichnungen Scheibe, Scheibegg, Scheiben, Scheibenbühel, Scheibrand...
Schlums (zu Schlums)
Das neuerdings ganz verbaute Areal südlich der Arzler Straße, etwa zwischen der Grenze zu Mühlau und dem Nikodemweg.
"Die Großflur Schlums, im 16. Jh. auch Schluns geschrieben, erinnert an zahlreiche Namen des westrätischen Gebietes" so ein Salum i. J. 1407 in Bürs bei Bludenz (G. Plangg, Rätoromanische Flurnamen des Brandnertals, Romanica Oenipontana I, 1962), an eine Großflur Schlum bei Schluderns, Vinschgau, an den "Schlumsbach" bei Latsch, Untervinschgau, ferner an die Schlummen, auch Schlungen genannt, die bei Rojen nächst Reschen vorkommen. Zu einem von diesen Namen führt Chr. Schneller in seinen Beiträgen zur Ortsnamenkunde I. eine Urkundenform Scolombo von 1329 an. Man kann vielleicht an das rätische Wort salòm (aus lat. solamen "Landgut") denken, das auch verlassene Hofstätte bedeuten kann (mit dem Mehrzahl-s, für mehr solche Objekte, Kübler, Romanische Ortsnamen Graubündens, 1924, und Plangg, mit Literatur). Andererseits haben wir auch auf der Thaurer Alm über der Waldgrenze eine Mulde namens Schlung; unter Umständen konnte auch aus der Endung -un, -ung die Endung -um entstehen, wie der Flurname Kaplum (aus Camplung) in Volders zeigt, und es kann in der Silbe das Wort lung "lang" stecken. Wenn auch kaum diese Schlum-Namen alle gleichen Ursprung haben, auf jeden Fall kann der Flurname nur zu einer romanischen Wortsippe gestellt werden."
(Finsterwalder (1963/64) 50)
Sonnenbichl, Sunneler
Die Erhebung östlich von Arzl, etwa in Fortsetzung des Wiedentals; im engeren Sinne nur der Teil nördlich der Dörferstraße. Der südliche heißt auch "Hexeler".

Panorama des Bereiches Exerzierweg - Rumer Straße; in der Mitte im Hintergrund der Sonnenbichl
(September 2001)

Spitzbichl
Der Hügel zwischen Helfental und Mühlauer Bach, genauer der steilere nördliche Teil. Wie der Scheibenbühel eigentlich schon zum Mühlauer Gebiet gehörend, aber wichtig für die Frage, wo sich die vielleicht für Arzl namengebende "Burg" befunden haben könnte (vgl. den Abschnitt zur Geschichte von Arzl in römischer Zeit).

Steinmauer (auf der Steinmauer)
Die östlich des Sonnenbichls gelegenen Felder zwischen Rumer Straße und Canisiusweg.

Totenbichl
Ein in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts abgetragener Hügel in dem durch einen nochmaligen steilen Anstieg von den - auch nicht flachen - unteren Feldern abgesetzte Geländebereich der heutigen Eggenwaldsiedlung.

Vill (in der Vill)
Die letzten Hangausläufer etwa im Bereich zwischen Kreuzgasse (bzw. Pfeisweg) und Schusterbergweg.

"In der Vill, nächst Schlums (sprich fill). Der Name ist mit zahlreichen vollkommen gleichartigen Namen, besonders in Südtirol, zu lateinisch villa (romanisch ebenso), für "Landgut", zu stellen."
(Finsterwalder (1963/64) 50)
Weingarten
Das Areal in dem von Purnhofweg und Schobergasse gebildeten Bogen.

Wiedental
Das kleine nördlich des Canisiusweges und westlich der Rumer Bichl zum Wald hinziehende Tal.

Winkelfeld
Die Felder zwischen Purnhofweg und Eggenwaldweg.

Windeck
Der westliche Bereich des Geländes etwa zwischen Finkenbergweg und Schönblickweg - wer an nicht absolut windstillen Tagen auf dem Finkenbergweg spaziert, fühlt die Flurgrenzen genau!



* Ich muß zugeben, daß mir persönlich nicht gar alle Flurnamens-Etymologien einleuchten, aber auch, daß ich kein Fachmann dafür bin. Daher erschien es mir am sinnvollsten, bei allen nicht ganz selbstverständlichen Namensherleitungen die wörtlichen Quellenzitate zu bringen.


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Dietrich Feil
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6020 Innsbruck/Arzl


(C) Dietrich FEIL, Innsbruck/Arzl, 2002
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