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ARZLER STRASSE

Als Teil der "Dörferstraße" von Innsbruck über Mühlau, Arzl, Rum und Thaur bis nach Absam ist die Arzler Straße Hauptverbindung nach Innsbruck und Hauptdurchzugsader für den öffentlichen und privaten Verkehr.
Sie beginnt schon außerhalb von Arzl beim Mühlauer Hauptplatz und führt bis in die Senke hinter dem Kalvarienberg, wo sie bei der Abzweigung der Johannesgasse in die Rumer Straße übergeht.
Dieser Namenswechsel mitten im Dorf mag verwundern, erklärt sich aber leicht aus der Verkehrsgeschichte: solange der Hauptdurchzugsweg über Alois-Schrott-Straße und Johannesgasse verlief, begann dort, wo heute der Wechsel von Arzler zu Rumer Straße erfolgt, tatsächlich ein neuer Wegabschnitt. Damals war der östliche Teil der heutigen Arzler Straße (von der Abzweigung der Alois-Schrott-Straße an) nur ein Feldweg.
Noch im damals freien Feld westlich weit außerhalb des Dorfes wurde im 17. Jahrhundert die Mariahilf-Kapelle errichtet.
Das Gelände südlich der Arzler Straße etwa bis zur Abzweigung des Schusterbergweges war bis vor nicht allzulanger Zeit weitgehend unbebaut, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten bis weit in die Felder hinein entstandenen Häuser tragen daher immer noch größtenteils abc-Nummern der Arzler Straße.

Der Straßennamen bedarf wohl keiner Erklärung.
 
Aus dem Pressearchiv der Stadt Innsbruck
Dörfer Straße wird ausgebaut
Stadtsenat genehmigt Ausbau der Dörfer Straße
17.07.2001

(RMS) Die Investition von 6,8 Mio. S zum Ausbau der Dörfer Straße wurden in der Sitzung des Stadtsenates vom 17. Juli beschlossen.
Das Projekt zum Ausbau der Dörfer Straße im Bereich Mühlenweg bis Nova-Park wurde vom Amt der Tiroler Landesregierung und der Stadtgemeinde Innsbruck gemeinsam beauftragt und hat besonders die Errichtung eines Gehweges in diesem Straßenbereich zum Ziel.
Zusätzlich werden Bushaltestellen beim Mühlenweg und der neuen Wohnanlage Arzl-Schlums sowie beim Kalkofenweg errichtet.
Die Kosten für die geplanten Baumaßnamen werden gemäß §10 des Tiroler Straßengesetzes wie folgt aufgeteilt: Das Land Tirol übernimmt die Kosten für den Ausbau der Fahrbahn sowie des halben Gehwegrandsteines, die Stadt Innsbruck hat die Kosten für die Errichtung des Gehweges mit dem Hälfteanteil des Gehwegrandsteines zu tragen. Die Kosten für die Busbuchten werden vom Land übernommen. Die für die Gehwegerrichtung erforderlichen Stütz- und Wandmauern werden je zur Hälfte vom Land und der Stadtgemeinde getragen.
Der auf die Stadt Innsbruck entfallende Kostenanteil beträgt somit rund 5 Mio. S, weitere 1,8 Mio. S sind für Grundeinlösungen aufzuwenden, die von der Stadtgemeinde Innsbruck alleine zu tragen sind.
Die Bauverhandlung nach dem Tiroler Straßengesetz wird noch im Juli erfolgen, damit mit dem Ausbau der Dörfer Straße noch noch heuer begonnen werden kann. Die Ausschreibung und Abwicklung der Bauarbeiten erfolgt durch das Land Tirol.(BS) 


EINZELBAUTEN

Mariahilf-Kapelle

Im ehemals freien Gelände zwischen Mühlau und Arzl befindet sich die barocke Mariahilf-Kapelle.


Schlums
Das Gebiet südlich der Arzler Straße zwischen Mühlau und Arzl ist jener Bereich, der in den letzten Jahrzehnten am allerstärksten verbaut worden ist. Von den ehemals vorhanden großen, freien Feldflächen ist kaum noch etwas übriggeblieben. Während aber in den meisten Fällen eine eher kleinteiligen Verbauung stattgefunden hat, wurden zuletzt in den ganz am Westrand des Arzler Gebietes gelegenen Freiflächen zwei größere Anlagen errichtet, eine durch eine private Baufirma, eine auf dem Wege öffentlichen Wohnbaues. Über beide gibt es naheliegenderweise etwas verschiedene Meinungen, beide prägen das Bild am Westrand von Arzl aber jedenfalls so stark, daß sie schon deswegen Erwähnung verdienen.


Nova-Park
Die zum Teil natürlich gegebene, zum Teil durch die Steinbrucharbeiten vergrößerte Einbuchtung in den nördlich anstehenden Felshang diente lange Zeit als Abstell- und Wendeplatz für die O-Busse, die seit den 1940er Jahren Arzl mit Innsbruck verbanden. In der Folgezeit wurde das Gelände für einen Komplex von Geschäfts-, Büro- und Wohnverbauung ("Nova-Park") genutzt, der die Schwächen der Infrastruktur im eigentlichen Dorfkern ausgleichen sollte.



Arzler Straße 186 ("Schöpf")
Ehemaliger Mittertennhof mit sehr gutem geschnitzten barocken Giebelbundwerk (1757 datiert); im Bundwerk eine wohl aus dem späten 18. Jahrhundert stammende Darstellung des Hl. Florian (Öl auf Holz). (Der 2001 erfolgte Umbau des Erdgeschosses mit Einfügung eines Geschäftslokals verunklärt den ursprünglich bäuerlichen Charakter des Gebäudes.)
Nach den zeitgenössischen Angaben zu urteilen, dürfte übrigens in diesem Haus der verheerende Dorfbrand von 1756 ausgebrochen sein.
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Oben Zustand des Hauses um 1984 (nach Auer (1984) 163 Abb. 42f.; © Dr. Gerd AUER, Hall i.T) und
unten Zustand im Sommer 2002

 
Quelle: Stadtarchiv Innsbruck Ph-5112
Das Haus an der Kreuzung Arzler Straße - Schnellmanngasse zeigte an der Südseite das mit 1549 datierte österreichische Bindenschildwappen. Hier könnte Wegzoll eingehoben worden sein.

Quellen:
Auer (1984) 163 Abb. 42f.
Gschnitzer (1967) 67 Abb. 6.
ÖKT  XLV 595 Abb. 685.
Dehio Tirol 129.


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Dietrich Feil
General-Feurstein-Straße 13
6020 Innsbruck/Arzl


(C) Dietrich FEIL, Innsbruck/Arzl, 2002
 
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