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Block 2 (bis 16.12.):
Institutionen und Parteien im Netz Keine Partei einer westlichen Demokratie verzichtet heute auf einen eigenen Internetauftritt, um sich selbst und ihre Positionen darzustellen und mit WählerInnen in Kontakt zu treten. Aber auch staatliche Institutionen wie Parlamente leisten sich mehr oder weniger aufwändig gestaltete Homepages mit unterschiedlichen Inhalten und Angeboten zur Information der BürgerInnen. Sie finden im Diskussionsforum zwei Fragen zum Themenblock, jeweils als eigener Thread aufgeschlüsselt - bitte antworten Sie jeweils im entsprechenden Themenbereich. Für inhaltliche Fragen und Diskussionen abseits der konkreten Fragestellungen nutzen Sie bitte den entsprechenden Thread im selben Forum. Die Arbeitsaufgabe läuft bis 16. Dezember, weitere Themenblöcke folgen. Frage 1: Versuchen Sie den Entwurf eines Analyseschemas, d.h. von Kriterien anhand derer ein systematischer (regionaler, nationaler und/oder internationaler) Vergleich von Internetseiten staatlicher Institutionen bzw. Parteien – wählen Sie eine dieser beiden Gruppen – möglich ist.
Frage 2:
Listen Sie zunächst einige (sowohl politikwissenschaftlich begründete als
auch durchaus persönliche) Erwartungen an Internetangebote von einem
demokratischen Parlament/einer demokratischen Partei auf; achten Sie dabei
auf die unterschiedlichen Ausgangspunkte. _________________________________________________________________________________________________________ Frage 1: Versuchen Sie den Entwurf eines Analyseschemas, d.h. von Kriterien anhand derer ein systematischer (regionaler, nationaler und/oder internationaler) Vergleich von Internetseiten staatlicher Institutionen bzw. Parteien – wählen Sie eine dieser beiden Gruppen – möglich ist.
__________________________________________________________________________________________________________ Frage
2:
Listen Sie zunächst einige (sowohl politikwissenschaftlich begründete
als auch durchaus persönliche) Erwartungen an Internetangebote von einem
demokratischen Parlament/einer demokratischen Partei auf; achten Sie
dabei auf die unterschiedlichen Ausgangspunkte. Von einer Parteihomepage erwarte ich mir natürlich primär alle notwendigen Informationen, um mich über die Partei, ihre handelnden Personen und Strukturen, ihre Geschichte, ihre politischen Produkte und das Programm aber auch die aktuelle Arbeit in den verschiedenen Ebenen (geographisch aber auch organisatorisch) zu informieren. Selbstverständlich sollen die Informationen und Daten als Hypertext vernetzt und über eine Suchfunktion und eine gute Navigation abrufbar sein. Also lieber Hypertext statt reiner virtueller Broschüre. Neben diesem relativ statischen Bereich bietet sich im Internet dann natürlich auch die ganze breite Palette der Interaktivität an: Emailadressen sowieso, darüber hinaus ein Guestbook, Diskussionsforen zum Programm und aktuellen Geschehnissen, regelmäßige Chats mit Politikern, Umfragen, Maildienste, Newsletters, Blogs, eventuell sogar die Möglichkeit von eigenen Aktivitäten auf der Homepage (kreative Inputs, Wettbewerbe, Online-Spiele). Dabei ist natürlich zu unterscheiden zwischen permanenten Seiten und kurzfristigen Wahl-Websites oder Aktions- bzw. Kampagnen-Websites sowohl der gesamten Partei, verschiedener Arbeitskreise und Teilorganisationen oder auch (Spitzen)Kandidaten. Ich habe in den vergangenen vier Jahren viele dieser Websites der Österreichischen Parteien oder einzelner Politiker beobachtet. Und zwar sowohl permanente als auch Kampagnen-Websites. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Interaktivität sehr unterschiedlich ist. Die ÖVP und das neue BZÖ sind kaum interaktiv. SPÖ und die Grünen sind mehr auf Diskussion bedacht. Wobei auffällt, dass die Bundes-SPÖ ihr Meinungsforum nun abgeschafft zuhaben scheint, wie sie schon vor einigen Jahren auch das für Mitglieder angebotene Diskussionsforum abschaffte. Die Tiroler SPÖ bietet nach wie vor die Möglichkeit die Meinung kund zu tun. Bei der letzten Landtagswahl gab es sogar die Möglichkeit einer Programmdiskussion, die aber auf der personellen Homepage des Spitzenkandidaten verortet war. Einige interne Berühmtheit erlangte das Forum der Kärntner SPÖ, das schließlich wegen einer Postingaktion von internen Kritikern gesperrt worden war. Die Grünen sind meiner Meinung nach die interaktivsten. Sie bieten nicht nur Diskussionsforen mit Registrierungspflicht die teilweise auch moderiert sind, oder in denen aber auch rassistische, menschenverachtende oder sexistische Postings (auf verlangen) entfernt werden. Die Innsbrucker Grünen zeigen sich darüber hinaus auch in ihrem Forum aktiv gesprächig, das heißt es kommen auch Antworten von Politikern, bzw. der Poster wird auf anfrage weiter verwiesen. Das ist aber schon ziemlich selten im österreichischen Politik-Web: ein Forum auf einer Partei/Politiker-Homepage heißt nicht automatisch, dass es auch wirklich zur Reaktionen der/des Politiker/s kommt, wenn er/sie persönlich angesprochen wird/werden. Die FPÖ hat derzeit eine eher schlanke Homepage, aber die Tiroler FPÖ z.B. bietet auch ein Meinungs-Forum an. Überraschend war für mich die KPÖ Seite der Steiermark bzw. von Graz, überraschend aktuell und interaktiv. Von den persönlichen Politiker-Homepages haben mich vor allem zwei Frauenseiten sehr beeindruckt. Dr. Elke Sader und Brigitte Gabriel Letztere vor allem deshalb, da sie auch in den wichtigsten Zuwanderer-Sprachen lesbar ist – wie auch die Wiener SPÖ-Seite. Sehr amüsiert hat mich die Wahlkampf-Homepage des neuen FPÖ-Bundesobmannes Heinz Christian Strache. Das wohl interessanteste Politikerblog ist für mich das von Dr. Peter Pilz - obwohl ich auch sehr gerne das Wahlkampf-Blog von Benita Ferrero-Waldner las, das ja von den Medien geradezu hysterisch hochgejubelt wurde, und ein wesentlich früheres Webangebot war als das von Dr. Heinz Fischer. Am Erfolg sieht man, dass Medienhysterie und viel Web-Aufwand den Wahlerfolg nicht garantieren. Edith Meinhart zitierte im Profil (Nr.4/2003, S. 41) Peter Filzmaier/Kathrin Stainer-Hämmerle, die in der SWS Rundschau 3(41) 2002, (S.309-334), einen Beitrag über Parlamentskommunikation und Neue Medien verfassten hatten so: "Noch sind die heimischen Politiker im Internet rar. Die meisten werden von der Partei mit einer Web-Erwähnung zwangsbeglückt, nur die wenigsten wagten sich bereits an eine persönliche Homepage. Laut einer EU-weiten Umfrage verfügten im Spätsommer 2002 erst zwölf österreichische Abgeordnete über eine eigene Internet-Domain, neun weitere verwiesen auf die Homepage ihrer Partei, fünf auch die anderer Organisationen". Daraufhin sammelte ich Homepages von Nationalräten. Diese Liste ist jedoch nicht komplett. Und fallweise nicht mehr aktuell.
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