Pollitix-Internet-Workshop 2

Block 1

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Aufgaben des ersten Monatsblocks:

Sehen Sie sich die Homepages der einzelnen Parteien an. Surfen sich sich ein bisschen durch die Parlaments-Homepages beliebiger Nationalräte und lesen Sie einige ihrer Parlamentsreden durch.

Haben Sie ihre Wahlversprechen gehalten?

Wenn Sie Fehler finden oder Anregungen für Ergänzungen haben, dann schicken Sie mir, bitte eine Email:

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Impressum:

 

Schmutzkampagnen

Quelle: NEWS 16/06, Seite 31, "Schlammschlacht 2: Das plant die ÖVP"
www.schmutzkuebel.at
www.giftkueche.at
www.dirty-campaigning.atInnsbruck LINKS:
Innsbruck06
Imzoom

 

Pollitix-Internet-Workshop I: Demokratie lernen und leben!

1) Die letzte Wahl (2002) - Parteien, Wahlergebnis, Nationalräte, Websites

Im Herbst 2006 findet die österreichische Nationalratswahl statt. In diesem ersten Block des Internet-Workshop wollen wir und die Ausgangslage der Nationalratswahl vom 24. November 2002, das Wahlergebnis und die derzeitige Zusammensetzung des Nationalrats in Erinnerung rufen.

1) Die Ausgangslage vor der vorgezogenen Neuwahl vom 24. November 2002

Diese Wahl war eine infolge von FPÖ-internen Turbulenzen vorgezogene Neuwahl.

Die FPÖ war als in der Opposition groß gewordene Partei in der Regierung in eine vorhersehbare Krise geschlittert. Ständig sinkende Umfragewerte sowie innerparteiliche Differenzen ließen die FPÖ-Funktionäre immer nervöser werden und veranlassten ca. 380  Delegierte der Partei unter der Federführung des FPÖ-Volksanwaltes Ewald Stadler zur Einberufung eines Sonderparteitages im steirischen Knittelfeld. Schon die Ankündigung dieser Maßnahme führte zu Rücktrittsdrohungen einiger FPÖ-Regierungsmitglieder und zu heftigen Gegenreaktionen. Am Sonntag, dem 8. September 2002, kam es tatsächlich zum Rücktritt von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, sowie von  Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Klubobmann Peter Westenthaler. In den darauf folgenden Wochen sollte dieses denkwürdige Ereignis  als „Knittelfelder Putsch“ die Medienberichte zur Innenpolitik beherrschen. Noch am selben Tag beschloss die ÖVP nach intensiven internen Beratungen die Koalition mit der FPÖ nach zweieinhalb Jahren zu beenden und somit Neuwahlen einzuleiten.

Die Wahl war von drei Unterwahlkämpfen geprägt.

  • dem Kanzlerduell zwischen Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP) und Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ)

  • dem "Lagerwahlkampf" zwischen dem regierenden Schwarzblau und dem oppositionellen Rotgrün

  • dem Kampf um den dritten Platz zwischen FPÖ und den Grünen

Der Wahlkampf war - abgesehen von den FPÖ-internen Machtkämpfen - vor allem von drei Themen geprägt: den bevorstehenden Ankauf von Abfangjägern, der Pensionsreform und der Bildungsreform. Die 2001 eingeführten "Studiengebühren" aber auch andere unpopuläre Maßnahmen wie die Ambulanzgebühren  waren sowie die Universitätsreform und die Forschungsförderung waren polarisierende Stichworte.

2) Das Wahlergebnis und seine Interpretation

Am 24. November 2002 standen den 5.912.509 Wahlberechtigten insgesamt acht Parteien zur Wahl, davon aber nur die ersten sechs bundesweit:

Gesamtergebnis 

 
Wahlberechtigte 5.912.509
Wahlbeteiligung 84,27%
abgegebene Stimmen 4.982.253
ungültige Stimmen 72.568
gültige Stimmen 4.909.685

 



 
 


 
SPÖ
36,51
ÖVP
42,3
FPÖ
10,1
Grüne
9,47
LiF
0,98
sonst.
0,72

 
Partei Stimmen Prozente Mandate
Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) 1.792.499 36,51% 69
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) 491.328 10,01% 18
Österreichische Volkspartei (ÖVP) 2.076.831 42,30% 79
Die Grünen - Die Grüne Alternative (GRÜNE) 465.021 9,47% 17
Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) 27.567 0,56%
Die Liberalen (Liberales Forum) - LIF 48.085 0,98%
Die Demokraten 2.439 0,05%
Christliche Wählergemeinschaft (CWG) 2.009 0,04%
Sozialistische Links Partei (SLP) 3.906 0,08%

Wer waren nun die Gewinner und die Verlieren. Das Wahlergebnis vom 24. November 2002 zeigte tatsächlich einen ganz klaren Verlierer, die FPÖ, und einen ganz klaren Gewinner, die ÖVP. Die Verluste der vormals zweitstärksten Partei FPÖ kamen zum Großteil der ÖVP zugute, die auch  zugleich der unumstrittene Wahlsieger und die neue Nummer Eins in der österreichischen Parteienlandschaft geworden war. Schüssel hatte außerdem das Kanzlerduell  klar für sich entscheiden. SPÖ und Grüne verloren beide den Rangkampf um den ersten bzw. dritten Platz.

Zum "Lagerwahlkampf": SPÖ und Grüne verloren dieses gemeinsame Rennen trotz realer Zugewinne. So gingen sie zwar als die zwei weiteren Stimmen-Gewinner aus der Wahl hervor, die trotzdem als Verlierer dargestellt wurden und die sich auch selbst als Verlierer betrachten mussten. Sie waren Opfer der durch die laufend veröffentlichten Meinungs­umfragen viel zu hohen Erwartungen geworden.

ABER: „Rot/Grün“ als  oppositionelles Lager und als in den ÖVP- und FPÖ-Kampagnen heraufbeschworenes Feindbild war gegenüber der Wahl von 1999 in summa um 5,43 Prozentpunkte gewachsen, während das schwarz-blaue ehemalige Regierungslager um 1,51 Prozentpunkte verringert wurde. Der Abstand zwischen den beiden „wissenschaftlich inkorrekten“ Lagern verringerte sich somit deutlich um 6,94 Prozentpunkte und 14 Mandate:

Partei

Prozent

Änd.

Mandate

Änd.

 

2002

1999

 

2002

1999

 

FPÖ

10,01%

26,91%

-16,90%

18

52

-34

ÖVP

42,30%

26,91%

15,39%

79

52

27

Schwarz/Blau

52,31%

53,82%

-1,51%

97

104

-7

 

 

2002

1999

 

2002

1999

 

SPÖ

36,51%

33,15%

3,36%

69

65

4

Grüne

9,47%

7,40%

2,07%

17

14

3

Rot/Grün

45,98%

40,55%

5,43%

86

79

7

 

Abstand

6,33%

13,27%

-6,94%

11

25

-14

Tab. 3: Veränderungen zwischen den beiden „Lagern“  von der Wahl 1999 zur Wahl 2002

Die zwei kleineren, auch bundesweit angetretenen Parteien, das Liberale Forum und die Kommunistische Partei, blieben unter der Ein-Prozent-Marke und verfehlten den Einzug ins Parlament deutlich. Die vier wieder im Parlament vertretenen Parteien punkteten diesmal vor allem bei den ehemaligen Wählern des LIF, bei den Erstwählern und den Nichtwählern, wobei die Wahlbeteiligung insgesamt um ca. vier Prozentpunkte angestiegen war.

3) Die derzeitige Zusammensetzung des Nationalrates

Im Parlament sitzen derzeit folgende 183 Nationalratsabgeordnete:

Quelle: Parlamentshomepage

Abgeordnete zum Nationalrat nach Fraktionen

ÖVP SPÖ FPÖ Grüne

Werner Amon, MBA
Jakob Auer
Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer
Franz Xaver Böhm
Mag. Dr. Alfred Brader
Dr. Gertrude Brinek
Dr. Karl-Heinz Dernoscheg, MBA
Karl Donabauer
Mag. Heribert Donnerbauer
Anton Doppler
Matthias Ellmauer
Franz Eßl
Dr. Werner Fasslabend
Mag. Dr. Maria Theresia Fekter
Carina Felzmann
Anna Franz
Karl Freund
Silvia Fuhrmann
Hermann Gahr
Franz Glaser
Maria Grander
Fritz Grillitsch
Wolfgang Großruck
Mag. Karin Hakl
Peter Haubner
Anna Höllerer
Erwin Hornek
Dr. Franz-Joseph Huainigg
Dipl.-Ing. Günther Hütl
Mag. Peter Michael Ikrath
Christoph Kainz
Ing. Norbert Kapeller
Georg Keuschnigg
Dr. Andreas Khol
Karlheinz Kopf
Günter Kößl
Johann Kurzbauer
Mag. Hans Langreiter
Johann Ledolter
Edeltraud Lentsch
Dr. Vincenz Liechtenstein
Dr. Reinhold Lopatka
Helga Machne
Dr. Ferdinand Maier
Christine Marek
Herta Mikesch
Dipl.-Ing. Hannes Missethon
Dr. Reinhold Mitterlehner
Mag. Wilhelm Molterer
Walter Murauer
Fritz Neugebauer
Jochen Pack
Michael Praßl
Martin Preineder
Nikolaus Prinz
Johann Rädler
Dr. Erwin Rasinger
Dipl.-Ing. Mag. Roderich Regler
Barbara Riener
Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler
Notburga Schiefermair
Alfred Schöls
Ing. Hermann Schultes
Johannes Schweisgut
Norbert Sieber
Dr. Peter Sonnberger
Dr. Michael Spindelegger
Astrid Stadler
Ridi Steibl
Konrad Steindl
Dkfm. Dr. Günter Stummvoll
Gabriele Tamandl
Mag. Walter Tancsits
Ingrid Turkovic-Wendl
Ing. Josef Winkler
August Wöginger
Mag. Dr. Andrea Wolfmayr
Johannes Zweytick

Dkfm. Dr. Hannes Bauer
Petra Bayr
Mag. Ruth Becher
Gabriele Binder-Maier
Josef Broukal
Doris Bures
Dr. Josef Cap
Renate Csörgits
Mag. Norbert Darabos
Karl Dobnigg
Kurt Eder
Dr. Caspar Einem
Christian Faul
Anita Fleckl
Anton Gaál
Ing. Kurt Gartlehner
Mag. Kurt Gaßner
Heinz Gradwohl
Mag. Elisabeth Grossmann
Dr. Alfred Gusenbauer
Marianne Hagenhofer
Gabriele Heinisch-Hosek
Anton Heinzl
Dr. Elisabeth Hlavac
Mag. Dietmar Hoscher
Dr. Johannes Jarolim
Ing. Erwin Kaipel
Wolfgang Katzian
Dietmar Keck
Ulrike Königsberger-Ludwig
Kai Jan Krainer
Dr. Günther Kräuter
Hermann Krist
Dipl.-Ing. Werner Kummerer
Mag. Andrea Kuntzl
Manfred Lackner
Mag. Christine Lapp
Dr. Richard Leutner
Mag. Johann Maier
Peter Marizzi
Dr. Christoph Matznetter
Mag. Johann Moser
Mag. Christine Muttonen
DDr. Erwin Niederwieser
Georg Oberhaidinger
Rudolf Parnigoni
Otto Pendl
Katharina Pfeffer
Mag. Walter Posch
Stefan Prähauser
Mag. Barbara Prammer
Dr. Christian Puswald
Dr. Robert Rada
Gerhard Reheis
Franz Riepl
Erika Scharer
Beate Schasching
Dr. h.c. Peter Schieder
Rosemarie Schönpass
Walter Schopf
Heidrun Silhavy
Erwin Spindelberger
Bettina Stadlbauer
Gerhard Steier
Mag. Melitta Trunk
Heidrun Walther
Rainer Wimmer
Dr. Peter Wittmann
Mag. Gisela Wurm

Dipl.-Ing. Elke Achleitner
Mag. Dr. Magda Bleckmann
Dr. Reinhard Eugen Bösch
Josef Bucher
Markus Fauland
Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann
Elmar Lichtenegger
Marialuise Mittermüller
Detlev Neudeck
Dr. Helene Partik-Pablé
Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn
Barbara Rosenkranz
Mares Rossmann
Herbert Scheibner
Dipl.-Ing. Uwe Scheuch
Maximilian Walch
Anton Wattaul
Klaus Wittauer

Dieter Brosz
Dr. Eva Glawischnig-Piesczek
Dr. Kurt Grünewald
Theresia Haidlmayr
Mag. Werner Kogler
Mag. Ulrike Lunacek
Sabine Mandak
Dr. Gabriela Moser
Karl Öllinger
Dr. Peter Pilz
Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Heidemarie Rest-Hinterseer
Michaela Sburny
Mag. Terezija Stoisits
Dr. Alexander Van der Bellen
Mag. Brigid Weinzinger
Mag. Dr. Wolfgang Zinggl

Nach der Parteispaltung zwischen 4. und 23. April 2005

letzter Stand

(Laut Tiroler Tageszeitung vom 10.3.2006: "Strache ekelt FP-Urgestein aus der Partei")

BZÖ

Dipl.-Ing. Elke Achleitner
Mag. Dr. Magda Bleckmann

Josef Bucher
Markus Fauland

Elmar Lichtenegger
Marialuise Mittermüller

Mares Rossmann
Herbert Scheibner
Dipl.-Ing. Uwe Scheuch
Maximilian Walch
Anton Wattaul
Klaus Wittauer

Freie

Detlev Neudeck
Dr. Helene Partik-Pablé
Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn

Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann

FPÖ

Barbara Rosenkranz
Dr. Reinhard Eugen Bösch

 

 

Einzige derzeit existierende nicht im Parlament vertretene aber  bundesweite Partei Österreichs ist, die sich auch in zwei der Landtagswahlen des Jahres 2005 der Wahl stellte die KPÖ.
Das liberale Forum ( LIF ) hält laut NEWS derzeit einen Dornröschenschlaf.

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